Erst brannte ein Auto, kurze Zeit später standen in Albershausen drei weitere Fahrzeuge in Flammen. Die Polizei schätzt den Schaden auf insgesamt 200 000 Euro. Foto: SDMG/Woelfl

Hoher Schaden ist in der Nacht auf Donnerstag bei einem Feuer in Albershausen entstanden. Die Polizei ermittelt in Richtung Brandstiftung.

Anwohner in Albershausen hörten am frühen Donnerstag einen Knall, dann stand ein Auto in Flammen. Kurz darauf loderten die Flammen aus weiteren Fahrzeugen. Für Polizei und Feuerwehr folgte ein Großeinsatz. Die Folge sind vier komplett kaputte Autos, ein beschädigtes Haus und ein in Mitleidenschaft gezogenes Wohnmobil. Geschätzter Schaden: rund 200 000 Euro.​

 

Wie das Polizeipräsidium Ulm berichtet, ereignete sich der Vorfall am frühen Donnerstagmorgen um 2 Uhr in der Schulstraße in Albershausen. „Ausgangspunkt war nach derzeitigen Erkenntnissen ein Škoda Kodiaq, Baujahr 2021“, so ein Sprecher des Führungs- und Lagezentrums am frühen Morgen. Wie genau dieses Auto Feuer gefangen habe, dazu ermittle man jetzt „in alle Richtungen“. Auch Brandstiftung sei nicht ausgeschlossen. ​

Brennender Betriebsstoff lief in Richtung der anderen Fahrzeuge

Der Albershäuser Feuerwehrkommandant Thomas Hänßler berichtet, dass es sich bei dem Auto, das zuerst Feuer gefangen hatte, um einen Verbrenner, also keinen E-Wagen, gehandelt habe. Der Tank dieses Fahrzeugs sei durch die Flammen zerborsten.​ Brennender Betriebsstoff aus diesem Auto sei in Richtung weiterer Fahrzeuge gelaufen, ein VW Passat und ein VW Golf hätten in der Folge Feuer gefangen. Ein BMW sei durch die Hitzeentwicklung ebenfalls total beschädigt worden.​

Durch die starke Hitzeentwicklung wurden auch Teile eines angrenzenden Wohnhauses beschädigt, Fenster und Rollläden wurden in Mitleidenschaft gezogen. Auch ein älteres, auf der Straße geparktes Wohnmobil nahm durch das Feuer Schaden. „So etwas hatten wir noch nie“, meint der Kommandant und hofft, dass es sich um eine einmalige Sache handelt.​

Verletzt wurde bei dem Brand offenbar niemand, die Bewohner des beschädigten Hauses mussten ihre Bleibe nicht verlassen, berichtete am Donnerstagvormittag der Albershäuser Bürgermeister Jochen Bidlingmaier. Die Feuerwehr Albershausen sei mit zwei Fahrzeugen und rund 20 Brandbekämpfern vor Ort gewesen. Auch viele Anwohner der Straße seien nachts auf den Beinen gewesen und hätten bei den Löscharbeiten zugeschaut, unter ihnen zwei Familien.​

Die Straße sei am Morgen noch gesperrt gewesen, die Kripo lasse die Fahrzeuge abschleppen, sagte der Rathauschef. Ob es bei dem derzeit geschätzten Schaden bleibt, wagt Bidlingmaier zu bezweifeln. Der Asphalt habe unter dem Feuer gelitten und müsse womöglich ausgetauscht werden. Kosten, auf denen wohl die Gemeinde sitzen bleiben wird.​

Neben der Feuerwehr und drei Streifen war auch der Kriminaldauerdienst im Einsatz, die Ermittlungen der Kriminalpolizei Göppingen laufen. Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0 71 61/63 23 60 entgegen. Ob es einen Zusammenhang zu ähnlichen Vorfällen im Nachbarlandkreis Esslingen gibt, ist noch nicht klar. Erst am frühen Montagmorgen waren Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei zum Parkplatz der Sportanlagen in Wernau ausgerückt, nachdem gegen 3.50 Uhr mehrere Notrufe eingegangen waren. Dort stand ein Pkw der Marke Mercedes in Flammen. Der Sachschaden wird auf etwa 25 000 Euro geschätzt.

Die Kriminalpolizeidirektion Esslingen hat wegen des Verdachts der Brandstiftung die Ermittlungen aufgenommen und prüft insbesondere, ob ein Zusammenhang mit einem ebenfalls im Stadionweg abgestellten und nahezu ausgebrannten Fahrzeug besteht. Dieser Wagen brannte am frühen Morgen des 4. April 2026. Auch hier wird eine mutwillige Brandstiftung als Ursache vermutet.​

20-Jähriger soll bis zu 15 Brände gelegt haben​

Festnahme
Eine Brandserie hat zuletzt auch die Feuerwehr in Ludwigsburg in Atem gehalten. Die Kriminalpolizei hat Anfang der Woche einen 20-Jährigen festgenommen, der hinter diesen Taten stecken soll, berichtet der SWR.

Ablauf
Der Mann soll in der Nacht auf Sonntag gegen 1.40 Uhr einen Papiercontainer angezündet haben. Das teilte die Polizei am Montag mit. Die Flammen hätten auf einen benachbarten Müllcontainer übergegriffen, beide Behälter seien vollständig abgebrannt. Der Mann stehe im Verdacht, für bis zu 15 Brände seit Mitte März verantwortlich zu sein. Ein Haftrichter erließ Haftbefehl wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Der 20-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft.