Der Crusader Rene Reinert (rechts) möchte auch in der Zweiten Bundesliga seine Hände möglichst oft als Erster am „Ei“ haben. Foto: Ralf Just/Crusaders

Den Sprung in die GFL 2 haben die Crusaders mit Bravour geschafft. Nur wenige Tage nach der Aufstiegsparty laufen bei den American Footballern in Albershausen bereits die Vorbereitungen für die 2. Bundesliga.

Albershausen - Die Augen der schwäbischen American-Football-Fans sind an diesem Samstag auf den German Bowl in Berlin gerichtet. Dort spielen die Schwäbisch Hall Unicorns gegen die New Yorker Lions aus Braunschweig im Finale um die deutsche Meisterschaft. Auch die Albershausen Crusaders werden mit einem Auge auf dieses Finale schauen. Doch nach den beiden Siegen gegen die Straubing Spiders in den Play-offs, dem damit verbundenen Aufstieg in die Zweite Bundesliga und der dazugehörigen Party sind bei den „Kreuzrittern“ die Vorbereitungen für die Saison in der German Football League 2 (GFL) schon angelaufen. Mitte Oktober müssen die Lizenzunterlagen beim American Football Verband Deutschland (AFVD) in Frankfurt auf dem Tisch liegen.

Viel Zeit bleibt den Crusadern also nicht, um sich auf dem neuen Terrain einzuleben. Eine erste Sichtung der Papiere hat in dieser Woche ergeben, „dass wir, so wir jetzt dastehen, die GFL 2 angehen können“, sagt Mirko Mo­senthin vom vierköpfigen Vorstandsteam der Abteilung, die dem TSGV Albershausen angehört. „Wir haben entsprechend viele lizenzierte Trainer, verfügen über die beiden geforderten Jugendteams, sind im Besitz einer elektronischen Anzeigetafel und sind auch sonst gut aufgestellt“, ergänzt er.

Der Verband hält die Crusaders für „zweitligatauglich“

Ein weiteres Feld muss aber schnell noch bestellt werden. „Wir sollten die notwendigen finanziellen Sicherheiten nachweisen“, sagt Mosenthins Kollege Bastian Braulik. Die GFL 2 sei zwar kein unkalkulierbares Risiko. „Aber alleine die höheren Gebühren und die beiden zusätzlichen Auswärtsfahrten dürften, woran wir nichts ändern können, Mehrkosten von rund 10 000 Euro verursachen“, fügt er hinzu. In der gebotenen Eile müssten daher die Gespräche mit den Sponsoren sowie die Akquise weiterer Gönner stattfinden.

Eine gewisse Form der Entwarnung kommt vonseiten des Verbandes: „Für die Crusaders ist das realisierbar, zumal wir nicht dazu da sind, den Spielbetrieb zu verhindern, sondern diesen zu ermöglichen“, betont Uwe Talke, der Leiter der AFVD-Lizenzkommission. Außerdem gebe es, gerade bei Aufsteigern, zumeist Übergangsfristen oder Ausnahmeregelungen“, stellt Talke klar. Bei den Albershausener Footballern hört man diese Worte natürlich gerne und hofft obendrein darauf, dass mit dem jetzt vollzogenen Aufstieg auch das Ansehen der Abteilung im Verein und in der Gemeinde wächst.

Bidlingmaier: Dieser Einsatz muss honoriert werden

Bei Bürgermeister Jochen Bidlingmaier muss in dieser Hinsicht schon längst keine Überzeugungsarbeit mehr geleistet werden. Der Rathauschef freut sich über die „supertolle Leistung unseres Teams“ und darüber, „dass die Crusaders den Aufstieg mit enorm vielen Eigengewächsen hinbekommen haben“. Überhaupt sei das Engagement, das die Verantwortlichen in ihrer Freizeit an den Tag legten, nicht hoch genug einzuschätzen. „Allein wenn man sieht, dass da rund 80 Jugendliche ihren Sport ausüben und dass die Crusaders aus jedem ihrer Spiele ein Event für das ganze Dorf machen, muss dieser Einsatz nun ganz einfach honoriert werden“, sagt Bidlingmaier. Er wolle deshalb rasch mit seinen Gemeinderäten besprechen, in welcher Form eine Unterstützung möglich sei.

Dass es an dieser Rückendeckung in der Vergangenheit bisweilen etwas gefehlt hat, will Martin Kaess, der nicht nur zweiter Vorsitzender des TSGV ist, sondern für die Freien Wähler auch im Gemeinderat sitzt, gar nicht bestreiten: „ Dass unsere Footballer aufgestiegen sind, muss uns alle stolz machen. Sie sind mittlerweile die größte Abteilung im TSGV und tragen sich obendrein selber.“ Im Verein und in der Kommune müsste nach dem Sprung in die zweite Liga deshalb schon noch einmal darüber nachgedacht werden, wie es gelingen könne, dem Team zu helfen, anstatt diesem Steine in den Weg zu legen, macht Kaess seinen Standpunkt deutlich.

Dass sie in dieser Hinsicht nicht mit einer großartigen Finanzspritze durch die Kommune rechnen können, ist den Crusaders dabei völlig klar. „Uns genügt es bereits, wenn man uns die Ideen, die wir haben, umsetzen lässt“, sagt Bastian Braulik.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: