Wattwanderungen sind wunderschön – doch bei Leichtsinn auch gefährlich Foto: StN

Dieser Schullandheimaufenthalt auf der nordfriesischen Insel Föhr wird nicht nur den Schülern einer Stuttgarter Realschule lange im Gedächtnis bleiben: Eine Wattwanderung am Samstagabend löste einen Großeinsatz von Feuerwehr, DLRG und Polizei aus, weil sich eine Klasse bei einsetzender Dunkelheit und leichtem Nebel noch über einen Kilometer vom Land entfernt aufhielt.

Stuttgart/Wyk auf Föhr - Dieser Schullandheimaufenthalt auf der nordfriesischen Insel Föhr wird nicht nur den Schülern einer Stuttgarter Realschule lange im Gedächtnis bleiben: Eine Wattwanderung am Samstagabend löste einen Großeinsatz von Feuerwehr, DLRG und Polizei aus, weil sich eine Klasse bei einsetzender Dunkelheit und leichtem Nebel noch über einen Kilometer vom Land entfernt aufhielt. 23 Kinder und zwei Betreuer mussten mit Hilfe von Einsatzfahrzeugen ans rettende Ufer gelotst werden.

„Das war sehr leichtsinnig, zu dieser Zeit noch mit so einer großen Gruppe ins Wattenmeer zu gehen“, sagt Dieter Teetzen von der Polizei-Zentralstation Wyk/Föhr. Der Passagier einer Fähre sowie ein Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer hatten die Rettungskräfte am Samstag gegen 19.45 Uhr alarmiert, weil sie die Schülergruppe auf einer Sandbank von der Flut eingeschlossen glaubten. Das war zum Glück ein Fehlalarm – „aber bei inzwischen einsetzender Flut wäre das eine halbe Stunde später der Fall gewesen“, sagt Brar Nissen von der DLRG.

Die Kinder und Betreuer, ohne Wattführer unterwegs, konnten dank Lotsendienst im Scheinwerferlicht der Einsatzfahrzeuge zu Fuß an Land zurück. Zusätzliche Aufregung gab es jedoch, weil die Schüler weit verstreut gewesen seien und den Betreuern ihre genaue Anzahl nicht bekannt war, so Nissen: „Bei einer Anfrage im Jugendhotel war von 25 Kindern die Rede, wir hatten aber nur 23 da draußen“, sagt er. So habe man noch mal eine Suchaktion gestartet, ehe das Missverständnis geklärt war, dass in der Zahl 25 die beiden Betreuer eingerechnet waren. Die Verwirrung bleibt: Dieter Teetzen von der Wyker Polizei spricht auf Nachfrage von 24 Kindern der Stuttgarter Schule, deren Anwesenheit auf Listen abgeglichen worden sei.

Der Einsatz war um 21.25 Uhr bei völliger Dunkelheit abgeschlossen. Unbegreiflich ist für DLRG-Mann Nissen, dass sich während des Einsatzes noch eine zweite Gruppe auf den Weg machen wollte. „Einer meiner Leute hat das aber verhindert“, sagt Nissen.

Welche Folgen der aufregende Aufenthalt der Schüler aus Stuttgart an der Nordsee haben könnte, das war am Montag noch unklar. Eine Anzeige der Polizei wird es nicht geben, allerdings könnten die Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden. Von Schulverwaltungsamt und Staatlichem Schulamt gab es am Montag keine Stellungnahme.

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