Der zwölfjährige Tim arbeitet mit seiner Mutter an den Fenstern für die Holzhütte. Foto: Malte Klein

Auf dem Aktivspielplatz in Steinenbronn werden neue Hütten gebaut. Die alten mussten abgerissen werden, weil sich dort im Mai 2016 ein Unfall ereignet hat, bei dem Jugendliche verletzt worden sind.

Steinenbronn - Tim ist an einem Holzpfosten ein Stück hochgeklettert und steht nun mit einem Fuß auf einem großen Nagel und mit dem anderen auf einem Holzstück. Gleich wird der Zwölfjährige den Hammer schwingen. Doch erst einmal muss die Latte her. Die hat seine Mutter Andrea Lieber in der Hand und passt sie zwischen den beiden Pfosten ein. Sie soll das Fenster der Holzhütte nach oben begrenzen. Andrea Lieber hält das Brett. Dann beginnt Tim zu hämmern. Die beiden bauen an diesem Nachmittag gerade auf dem Gelände des Aktivspielplatzes (Aki) Steinenbronn eine Hütte. Für Tim wird es bereits seine dritte sein.

Die ersten beiden gibt es nicht mehr. Denn nach dem Unfall im Mai 2016 außerhalb der Öffnungszeiten sind diese komplett abgebaut worden. Damals hatten Pfadfinder aus Tübingen trotz Verbot das Hüttendorf betreten. Eine Brücke zwischen zwei Häuschen war eingebrochen, und die Jugendlichen stürzten in die Tiefe. Dabei verletzten sich zwei von ihnen schwer und drei leicht. Wo bis zum Sommer Hütten standen, ist nun eine ebene Fläche. In dieser Osterferienwoche gibt es einen Neuanfang. Neben einer schon länger stehenden Hütte am Zaun des Akis entstehen nun drei weitere.

Wer mithelfen möchte, braucht einen Werkzeugführerschein

Auf dem Gelände herrscht Trubel. Kinder zersägen Bretter, hämmern, und manche klettern auch schon auf das Dach des ersten Häuschens. So bekommen sie schon ein Gefühl dafür, wie es wohl sein wird, wenn die eigene Hütte fertig ist.

Kai Romann, der Jugendreferent der Gemeinde, ist zufrieden. „So enttäuscht die Kinder beim Abbau der alten Hütten waren, so glücklich sind sie nun, dass sie neue bauen können.“ Wer von den Kindern mithelfen will, braucht dafür erst einen Werkzeugführerschein. Den können sie weiter oben auf dem Gelände vor dem Schuppen machen. „Da gibt es Stationen, bei denen sie sägen, hämmern und Nägel rausziehen lernen“, sagt Romann.

Material kommt von der Firma Hutzel aus Steinenbronn

Ganz bei Null fangen die Kinder beim Hüttenbau nicht an. „Dieter Stäbler hat schon die Grundgerüste für die Hütten gebaut“, sagt Ingrid Brauner, die Vorsitzende des Fördervereins Aktivspielplatz, der den Aki betreibt. Stäbler ist Rentner und übernimmt auf dem Aki handwerkliche Aufgaben. Die Kinder nageln derweil die Bretter an die Balken. Ein Teil des Materials kommt von der Firma Hutzel aus Steinenbronn. Denis Hutzel, der bei der Firma Human Tech für den internationalen Vertrieb zuständig ist, schaut auf der Baustelle vorbei. „Das Holz dient bei uns als Verpackung. Das ist genial, wenn die Kinder es jetzt hier verwenden können.“

Nele zersägt gerade eines der Bretter. „Ich finde es gut, dass wir hier auf dem Aki unseren Freiraum haben und uns niemand zurückhält“, sagt sie. Die Zwölfjährige freut sich schon, dass sie sich auf dem Platz auch mal in eine Hütte zurückziehen kann.

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