Mobbing betrifft viele Jugendliche. Die Aktionswoche Bunt statt Braun bietet Workshops zum Thema. Foto: dpa/Oliver Berg

Beschimpfungen und Angriffe übers Internet oder Smartphone – das kennen viele Jugendliche. Bei der Aktionswoche Bunt statt Braun in Waiblingen erfahren Jugendliche und Pädagogen, was man dagegen tun kann.

Waiblingen - Vor 15 Jahren haben Mitglieder der NPD Jugendorganisation auf Pausenhöfen CDs mit rechter Musik verteilt. Als Reaktion darauf startete im Kulturhaus Schwanen in Waiblingen die Initiative „Bunt statt Braun“, die in diesem Jahr ihre 15. Aktionswoche ausrichtet. Deren Ziel ist es, Werte wie Respekt und Offenheit zu vermitteln und sich gleichzeitig klar von Rassismus abzugrenzen. Damals wie heute sei es auch ein Thema gewesen, rechter Propaganda mit Aufklärungsarbeit entgegenzuwirken, sagt Sonja Großhans von der Fachstelle Derex.

Welche Themen Jugendliche heute noch beschäftigen, haben die Veranstalter durch Befragungen an Schulen herausgefunden. Die ergaben, dass Cyber-Mobbing und Identitätsbildung viele Schüler beschäftigen. „Das wollen wir in Workshops aufnehmen“, erklärt Gabi Weber, die Beauftragte für Chancengleichheit bei der Stadt Waiblingen.

Anmeldung für Workshops läuft

Anmeldungen für die Aktionswoche vom 18. bis zum 23. November sind ab sofort für Teilnehmer ab der Klassenstufe 3 möglich. Die Veranstalter erwarten um die 800 Schüler. Bei den angebotenen Aktionen handelt es sich hauptsächlich um Workshops, die sich mit Themen wie Einwanderung, Inklusion, Zivilcourage und Mobbing beschäftigen.

Mit Peter Schmidt, Otto Beer, Günther Zitzmann und Margit Stäbler-Nicolai gestalten zum ersten Mal professionelle Künstler die Ausstellung im Rahmen der Aktionswoche. Ihre plastischen Objekte, teils mit der Kettensäge gestaltet, thematisieren Themen wie Angst, Hass und Neid. Durch die Beteiligung von Profis könne man die Besucher zu einer „Populismusreflexion mit Mitteln der Kunst“ anregen, berichtet der Leiter des Kulturhauses, Cornelius Wandersleb.

Kabarett mit Idil Baydar

Nach der Vernissage, die am 18. November um 19 Uhr beginnt, kann man die Kabarettistin Idil Baydar alias Jilet Ayse erleben. Deren Programm sei so frech, dass man nicht wisse „ob man lachen oder weinen soll“, sagt Iris Förster, die das Projekt mit initiiert hat. Baydar sei in ihren Auftritten bewusst provokant und rege damit mehr zum Nachdenken an als jeder ernste Vortrag.

Für den musikalischen Abschluss sorgt ein Festival am 23. November, bei dem sechs Bands und Musiker ihre Musik präsentieren. Für drei Euro kann man von 19.30 Uhr an die Woche bei Partyatmosphäre ausklingen lassen.

Das komplette Programm findet man hier

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