Der Landes-Handballverband betreibt schon bei Grundschülern Werbung für seine Sportart. Jüngst ist dafür der Präsident des Deutschen Handballbundes nach Fellbach gereist.
Wenn die Handball-WM der Frauen zeitgleich mit dem Grundschulaktionstag des Baden-Württembergischen Handballverbands (BWHV) zusammenfällt, dann ist das ein Glücksfall für diese Sportart. Zumal, wenn die deutsche Nationalmannschaft ihre Vorrundenspiele in der Stuttgarter Porsche Arena spielt. Denn dann schaut schon auch mal der Präsident des Deutschen Handballbunds (DHB), Andreas Michelmann, in der Fellbacher Zeppelinschule (Rems-Murr-Kreis) vorbei. Dort nämlich fand jüngst die zentrale Veranstaltung des nunmehr schon 15. Handball-Grundschulaktionstags statt.
Michelmann weiß aus persönlichem Erleben, wie wichtig es ist, schon früh im Kindesalter mit einer Sportart in Berührung zu kommen. Bei ihm war das, so berichtete er im Klassenzimmer der Zeppelinschule den anwesenden Pressevertretern, in der 2. Klasse der Fall. Damals bekam der Grundschüler Andreas in seinem Heimatort Aschersleben (Sachsen-Anhalt) erstmals einen Handball zugespielt, und die Faszination für diesen dynamischen Hallensport ließ ihn fortan nicht mehr los. Auch der Fellbacher Rektor Florian Gleibs hat gute Erfahrungen damit gemacht. Von Beginn an ist die Zeppelinschule beim Aktionstag mit von der Partie und kooperiert nicht nur mit dem SV Fellbach, sondern hat auch eine Schulpartnerschaft mit dem TVB Stuttgart.
Aktionstag stellt auch den Kontakt zwischen Verband und Vereinen her
BWHV-Präsident Peter Knapp weiß nicht nur deshalb: „Der Aktionstag ist ein wichtiges Instrument, um zwischen Verband und Vereinen in Kontakt zu kommen. Und es ist für viele Vereine der erste Aufschlag, um mit den örtlichen Schulen zusammenzufinden.“ Andreas Kaiserauer von der AOK Baden-Württemberg, die ein langjähriger Partner des Verbands ist, sieht darin auch einen wichtigen Grund für das Engagement der Krankenkasse: „Über die Lebenswelt der Sportvereine wollen wir die Kinder zu lebenslangem Sporttreiben anleiten. Denn die Gesundheit von Kindern ist uns ein wichtiges Anliegen.“
Theresa Schopper (Grüne), die Landesministerin für Kultus, Jugend und Sport, betonte einen weiteren Aspekt: „Der Sport ist ein wichtiger Partner, um die Ganztagesschule attraktiver zu machen.“ Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehle, im Durchschnitt mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität für Kinder und Jugendliche pro Tag. Das gelinge am einfachsten, wenn die Kinder schon in der Schule zum täglichen Sporttreiben angeleitet werden.
Im Land machen 37.000 Kinder aus 600 Schulen mit
Schöner Erfolg für den inzwischen im BWHV aufgegangenen früheren Handballverband Württemberg (HVW): Der DHB hat den einst vom früheren HVW-Präsidenten Hans Artschwager „erfundenen“ Grundschulaktionstag mittlerweile auf ganz Deutschland ausgerollt. Im vergangenen Jahr nahmen deutschlandweit mehr als 320.000 Kinder und mehr als 3000 Schulen daran teil. In diesem Jahr haben sich allein in Baden-Württemberg mehr als 37.000 Kinder aus rund 600 Schulen angemeldet.
Der DHB-Präsident Andreas Michelmann freut sich über die große Zahl an kleinen Teilnehmern. „Unsere Grundidee ist, schon die Kinder an den Handball heranzuführen.“ Das gelingt offenbar bei diesem Format ganz gut. Im Schnitt bleiben pro Schule nach einem Aktionstag 4,5 Kinder beim örtlichen Sportverein hängen. Auch das ein Glücksfall für den Handball.