Die EnBW arbeitet am größten Investitionsprogramm ihrer Geschichte – und braucht dafür jede Menge Geld. Für das Land dürfte es sich lohnen, für die Tochter zu bürgen.
Es ist eine Wette auf eine gute Zukunft der EnBW, nicht ohne Risiko. Doch es ist eine gute Nachricht, dass die Aktionäre des Energieversorgers den Kurs der Konzernspitze mitgehen – und für die Erhöhung des Grundkapitals stimmten.
EnBW braucht frisches Geld
Durch die Ausgabe neuer Aktien können so in einem weiteren Schritt rund drei Milliarden Euro erlöst werden. Auch wenn es dafür noch keinen Zeitplan gibt – die EnBW schafft damit die Voraussetzungen für eine mögliche Kapitalerhöhung.
Was wären die Alternativen? Noch mehr Schulden aufnehmen? Lukrative Unternehmensteile verkaufen? Einen Investor ins Boot holen, der schnelle Profite im Sinn hat? Das alles wäre kontraproduktiv – denn es ist ein Trumpf, dass Baden-Württemberg mit der EnBW die Energiewende gestalten kann. Von der Erzeugung über die Netze bis zu Handel und Vertrieb ist dort alles unter einem Dach. Doch der Umbau des Energiesystems erfordert Investitionen in astronomischen Höhen. Obwohl die EnBW stattlich verdient, reicht das nicht für die enormen Ausgaben. Um potenziell an den Finanzmärkten an genügend Kapital für geplante Investitionen ins Energiesystem zu kommen, braucht die EnBW also dringend mehr eigenes Geld.
Ein lohnendes Investment
Für die Anteilseigner, das Land Baden-Württemberg und den Zusammenschluss OEW von neun oberschwäbischen Landkreisen, dürfte es sich lohnen, für die profitable Tochter zu bürgen. Denn das ist nicht nur im Interesse der EnBW, sondern auch des Wirtschaftsstandortes: Am Ende könnte der Südwesten über eine hochmoderne Energieinfrastruktur verfügen, von der er auf lange Zeit profitieren dürfte.