Zuletzt führte nur eine Privatinsolvenz aus der Verschuldung Foto: dpa

Als blutjunge Ehefrau vertraute Frau A. blind den Geschäftsideen ihres Mannes. Zuletzt war sie haushoch überschuldet. Deshalb leistet sie sich heute kaum noch was, nicht mal das Nötigste.

Stuttgart - Aus heutiger Sicht habe sie viel zu früh geheiratet, sagt Frau A. (Name der Red. bekannt). „Ich war einfach unreif und naiv.“ Heute ist sie 63 Jahre alt und um viele Erfahrungen, insbesondere viele bittere, reicher.

Als junges Mädchen, mit 17 Jahren, fand sie nach der Schule lediglich Jobs. „Eine Lehre hatte ich nicht gemacht, deshalb ließ ich mich von Zeitarbeitsfirmen vermitteln“, erzählt sie. Niemand förderte sie, besprach mit ihr ihre mögliche berufliche Zukunft. Eine Ehe schien die bessere Möglichkeit zu sein.

Aus dem Traum wurde ein Albtraum. Frau A. bekam zwei Kinder und unterbrach ihre Jobs nur während der Mutterschutzzeiten kurz vor und kurz nach der Geburt. Zum einen gefiel ihr die damalige Arbeit bei einer Bank, wo sie unter den Kolleginnen auch Freundinnen gefunden hatte. Zum anderen wollte sie ihren Mann unterstützen, der eine große Geschäftsidee pflegte: Mit einem Geschäft für Sportartikel wollte er große Umsätze machen, zudem eröffnete er ein Kreditbüro – und stürzte die Familie in Schulden ohne Ende. Als die Bank, bei der Frau A. beschäftigt war, mit einem anderen Institut fusionierte, war ihr Job weg und damit die Aussicht auf ein schuldenfreies Leben.

Privatinsolvenz eingeleitet

„Ich hatte damals die ganzen Kreditverpflichtungen mit unterschrieben, die gesamten Schulden beliefen sich auf fast eine halbe Million Mark und kosteten meine Schwiegermutter das Haus. Deshalb wollte mich kein Arbeitgeber mehr einstellen aus Angst vor Lohnpfändungen“, erzählt Frau A. Die Beziehung zu ihrem Mann war längst zerrüttet, die Scheidung folgte, und zuletzt leitete sie eine Privatinsolvenz ein. Sieben Jahre lang durfte sie danach keine Schulden mehr machen und gewöhnte sich damals eine äußerst sparsame Lebensführung an. Frau A. hat sich nicht auf die faule Haut gelegt, sondern sich weiterhin in Jobs vermitteln lassen, die wechselten wie das Wetter. Zum Schluss fand sie eine Stelle bei einem Arbeitshilfeträger, den sie seit vielen Jahren halten konnte. Als Arbeitskraft ist sie dort sehr geschätzt, ihre Umgänglichkeit wird gelobt.

Ihr Einkommen liegt knapp über dem Hartz-IV-Satz, nach allen Abzügen für Miete, Energie, VVS-Ticket und Telefon bleiben ihr weniger als 400 Euro. „Damit komme ich normalerweise hin, ich muss mir halt ab und zu mal ordentliche Kleidung kaufen und täglich das Essen in der Kantine bezahlen.“

In ihrer Wohnung musste Frau A. jüngst Geräte ersetzen, und für ihre Brille hat sie vor kurzem neue Gläser gebraucht. Mit der Ratenzahlung ist sie jetzt in Verzug geraten. Die Aktion Weihnachten unterstützt sie.

Die Spendenkonten: Baden-Württembergische Bank, Kto. 234 234 0 (BLZ 600 501 01), Iban DE04 6005 0101 0002 3423 40, Bic SOLADEST; Schwäbische Bank, Kto. 6300 (BLZ 600 201 00), Iban DE85 6002 0100 0000 0063 00, Bic SCHWDESS

Spenden sind auch online möglich unter www.aktionweihnachten.de

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