Petra Baumann (von links) und Edeltraud Püschel basteln mit Olimpia Orefice. Foto: Lg/Julian Rettig

Ein Großprojekt des Behindertenzentrums steht vor dem Abschluss: die Modernisierung des Wohnheims in Plieningen. Es soll zum Ort der Begegnung im Quartier werden. Die Menschen aus der Seniorenbetreuung des BHZ freuen sich schon riesig.

Stuttgart - Eine Kerze brennt, Selbstgebasteltes hängt an den Wänden, doch Gemütlichkeit kommt am aktuellen Interimsstandort der Seniorenbetreuung des Behindertenzentrums (BHZ) nur schwer auf. Der Raum, in dem sich die rund 15 älteren Menschen mit Behinderung treffen, ist quasi ein großer, breiter Flur mit Treppenhaus und ohne Tür.

Solange das Wohnheim in Plieningen umgebaut wird, ist auch die Seniorenbetreuung vorübergehend im Haus auf dem Killesberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) untergebracht. Dass das möglich gewesen ist, darüber ist man beim BHZ natürlich froh und dankbar. Dennoch, alle können den Umzug nach Plieningen kaum erwarten.

Die Seniorenbetreuung bekommt endlich eigene Räumlichkeiten

Denn dort hat das BHZ viel vor – für die Menschen mit und ohne Behinderung im Quartier. Das Wohnheim samt weiteren Räumlichkeiten und Café soll zum Ort der Begegnung werden. So ist unter anderem geplant, dass die Volkshochschule dort Kurse anbietet. Im Erdgeschoss stehen für Gruppen und nachbarschaftliche Projekte barrierefreie Räumlichkeiten zur Verfügung – es soll Platz für Kunst, Kino, Musik und Lerngruppen von Studierenden sein. Die Seniorenbetreuung bekommt endlich eigene Räumlichkeiten samt Küche. „Dort ist viel mehr möglich“, sagt die Sozialpädagogin Olimpia Orefice, die auch Inklusionsbeauftragte beim BHZ ist. So kann sie sich gemeinsames Backen und Kochen mit Gruppen aus dem Ort vorstellen. Und wenn man will, könne man auch mal die Tür zumachen. „Wir sind dann auch nicht mehr so auf dem Präsentierteller.“

Am Killesberg fühlte sie sich „wie eingesperrt“

Eigentlich sollte der Umzug schon rund um Nikolaus erfolgt sein, nun wird es wohl Februar werden. Petra Baumann, Edeltraud Püschel und Rüdiger Buck – alle drei Mitglieder der Seniorenbetreuung – freuen sich schon sehr. „Das wird toll“, sagt die 65-jährige Baumann, die auch Bewohnerin ist. Sie sitzt aufgrund einer starken Spastik im Rollstuhl. Am Killesberg habe sie sich „wie eingesperrt“ gefühlt. Das lag zum einen an Corona, zum anderen auch an der starken Steigung. Alleine kann sie nicht unterwegs sein. In Plieningen werde das anders sein, da könne sie auch wieder für die Gruppe einkaufen gehen, außerdem kenne man sie dort. „Ich freue mich auf die ganzen Leut.“

Das geht Edeltraud Püschel und Rüdiger Buck ganz ähnlich, auch wenn die beiden nicht dort einziehen wie Petra Baumann. Rüdiger Buck, der im Betreuten Wohnen in Birkach lebt, wird es in Zukunft deutlich kürzer haben zur Seniorengruppe. Er fährt selbstständig mit der Straßenbahn. 45 Minuten braucht er aktuell bis zum Haus auf dem Killesberg. Weil ihm das Angebot so gefällt, macht er das gerne. „Hier habe ich Abwechslung“, sagt der Rentner, der sich – wie die beiden Frauen – auch in der Plieninger Inklusionsgruppe engagiert. Er freut sich zum Beispiel auf die Kinoabende.

Bewohnerin wünscht sich „mehr Inklusion“

Petra Baumann zeigt auf einen Weihnachtswunschbaum draußen auf dem Balkon. Daran hat sie sich beteiligt. Zwei Wünsche hat sie aufgehängt für 2022: eine Auslandsreise und mehr Inklusion.

Für das Café und die Gruppenräume muss das BHZ noch jede Menge Möbel anschaffen. Die Aktion Weihnachten will sich an den Kosten dafür beteiligen.

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Konten
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