Die Solidaritätsschleife für Menschen mit HIV/Aids. Foto: dpa/Fredrik von Erichsen

Herr M. lebt seit mehr als 30 Jahren mit HIV. Sein Umfeld weiß nichts von seiner Erkrankung. Er hat zu schlechte Erfahrungen gemacht. Er bezieht nur eine geringe Rente und braucht neue Wintersachen.

Stuttgart - Herr M. hat mit Offenheit keine guten Erfahrungen gemacht. Deshalb geht er für das Telefongespräch mit der Zeitung an die frische Luft, sein Mitbewohner soll nichts mitbekommen. Sonst reagiere der vielleicht mit Ablehnung, fürchtet Herr M.. Er hat es schließlich schon erlebt, dass sich Freunde abwandten und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten, als er ihnen erzählte, dass er HIV-positiv ist. Das schmerzt ihn noch heute. Nur in Liebesbeziehungen hat Herr M. seine Infektion offenbart. Schließlich ist er selbst ein gebranntes Kind.

Angesteckt hatte ihn sein damaliger Partner vor mehr als 30 Jahren zu einer Zeit, als HIV noch als Todesurteil galt. Sein Partner habe ihm seine Infektion zunächst verschwiegen – bis es nicht mehr ging. Sein Freund wurde schwer krank und beichtete, was tatsächlich mit ihm los ist. Für Herrn M. war sein eigenes positives Testergebnis 1988 dennoch „ein Schock“. Sie hätten ohnehin eine Krise gehabt. Die Beziehung überlebte den Vertrauensmissbrauch nicht.

Medikamente lösten starken Durchfall aus

Er habe zunächst noch Glück gehabt, musste erst 1996 anfangen, Medikamente zu nehmen. „Deswegen bin ich wahrscheinlich noch am Leben“, glaubt er, denn die Nebenwirkungen der ersten Medikamente gegen HIV waren berüchtigt. Aber auch die Medikamente, die er bekam, hatten es in sich. Es sei schwer gewesen, bei der Arbeit seinen Zustand zu verheimlichen. Er hatte chronischen Durchfall. Zudem bildeten sich Fettpolster an ungewöhnlichen Stellen, wo er zuvor nie angesetzt habe.

„Ich bin unter der Nachweisgrenze“, sagt er zu seinem aktuellen Status. Er ist also nicht ansteckend. Musste er in der Anfangszeit seiner Therapie noch vier Tabletten am Tag wegen der HIV-Infektion schlucken, reicht heute eine Tablette. Allerdings nimmt er 16 weitere Tabletten wegen anderer Leiden. Menschen mit langjähriger HIV-Infektion haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für viele Erkrankungen – das ist auch bei Herrn M. der Fall. Er ist herzkrank, hat Diabetes und die Nervenkrankheit Polyneuropathie, sodass er seine Füße nicht mehr richtig spürt und unsicher geht. Am Fuß musste er auch schon operiert werden, dabei gab es Probleme mit der Wundheilung. Seither habe er auch noch chronische Schmerzen.

In die alten Schuhe passt er seit der Operation nicht mehr rein

Berufsunfähig ist der Mitte-50-Jährige schon seit vielen Jahren. Eine Depression warf ihn 2003 aus der Bahn. Wegen dieser Diagnose ist er ebenfalls weiterhin in Behandlung. Seine Rente ist entsprechend gering. Herr M. gibt viel Geld für Medikamente aus. Nun benötigt er einen Wintermantel und neue, weit geschnittene Winterschuhe. In seine alten Schuhe passt er seit der Operation nicht mehr rein. Die Aktion Weihnachten will ihm den Kauf ermöglichen.

Die Aktion Weihnachten freut sich über Spenden. Wenn Ihr Name als Spender veröffentlicht werden darf, vermerken Sie das bitte bei der Überweisung. Die Konten lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00.

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