Das elfjährige Kind von Frau P. hat Schwierigkeiten, sich selbst ein Brot zu schmieren. Foto: dpa/Jens Büttner

Die alleinerziehende Frau P. hat einen fordernden Alltag. Ihr Sohn hat Lernschwierigkeiten. Alles, was er macht, macht er sehr langsam. Weil er so viel Unterstützungsbedarf hat und die Förderschule keine Nachmittagsbetreuung anbietet, arbeitet sie nicht mehr.

Stuttgart - Es ist so, als hätte der Junge zwei linke Hände. Sogar das Schmieren eines Butterbrotes überfordert den Sohn von Frau P. Dabei ist er elf Jahre alt. Doch die Feinmotorik hat sich bei ihm nicht richtig entwickelt. Die Erzieherinnen hatten keinen Alarm geschlagen, aber bei der Einschulungsuntersuchung fielen die Defizite auf. Eine hinzugezogene Sonderpädagogin riet, ihn in die Grundschulförderklasse oder gleich in eine Förderschule zu geben. Frau P. entschied sich für letzteres. Sie hat es nicht bereut. „Er braucht den kleinen Kontext, in der normalen Schule würde er untergehen“, glaubt die 39-jährige Alleinerziehende.

Ihr Sohn, der vor einem Jahr in Pflegegrad 2 eingestuft wurde, benötigt viel Unterstützung. Immer müsse sie ihn erinnern, was als nächstes ansteht. Den Weg zur Schule gehen sie gemeinsam, er käme sonst viel zu spät an. Er mache alles, was er tut, deutlich langsamer als andere Kinder. Sich die Schnürsenkel der Winterstiefel selbst binden? „Das kriegt er nicht hin“, sagt sie. Sie könne ihn auch nicht länger als fünf Minuten alleine lassen. „Er kann keine Gefahren einschätzen“, sagt sie. Außerdem, das war schon im Kleinkindalter aufgefallen, fremdelt er nicht gegenüber Menschen, die er nicht kennt. Er würde mit jedem, der nett zu ihm sei, einfach mitgehen, sagt Frau P.

Seit ihr Sohn in die Schule geht, arbeitet sie nicht mehr

In der Schule habe er Konzentrationsschwierigkeiten. Wobei er durchaus Fortschritte mache, vor allem in Deutsch, seinem Lieblingsfach. Ohne Unterstützung schweife er aber ab. „Ich muss bei den Hausaufgaben neben ihm sitzen“, sagt sie, alleine bekomme er das nicht hin.

Als ihr Sohn noch im Kindergarten war, hat sie gearbeitet. Sie ist ausgebildete Einzelhandelskauffrau. Doch seit er Schulkind ist, gehe das nicht mehr. Die Förderschule endet mittags. Das habe mit ihren Schichten im Einzelhandel nicht zusammengepasst. Der Kindsvater lebe in Norddeutschland und unterstützt sie nicht.

Frau P. gehört zur Risikogruppe

Im Frühjahr hatte sie eine Weiterbildungsmaßnahme begonnen, die sie aber wegen Corona und der Schulschließung abbrechen musste. Dass die Infektionszahlen zuletzt derart gestiegen sind, macht ihr Sorgen. „Ich bin Risikopatientin“, sagt die Alleinerziehende. Sie muss wegen einer Darmerkrankung Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen. Entsprechend fürchtet sie, dass ihr Körper stark auf das Virus reagieren würde. Einmal musste ihr Sohn schon in Quarantäne, das war vor den Herbstferien. „Ich hatte Panik“, erinnert sie sich. Zum Glück war sein Test negativ.

Frau P. kocht jeden Tag das Mittagessen für sich und ihren Sohn. Doch der Herd macht Probleme, er geht immer wieder aus. „Ich hatte ihn schon gebraucht gekauft, ich weiß gar nicht, wie alt er ist“, sagt Frau P. Die Aktion Weihnachten will ihr den Kauf eines neuen Herds ermöglichen.

So können Sie spenden:

Die Aktion Weihnachten freut sich über Spenden. Wenn Ihr Name als Spender veröffentlicht werden darf, vermerken Sie das unbedingt bei der Überweisung. Die Konten lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00. Sachspenden können wir aus logistischen Gründen nicht annehmen.

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