Die „Schwäne“ aus dem Ballett Schwanensee – eines der Fotos, das uns der Tänzer, Choreograf und Fotograf Roman Novitzky für die Aktion Weihnachten zur Verfügung gestellt hat. Foto: Roman Novitzky

Die hohe Spendenbereitschaft für die Benefizaktion unserer Zeitung zeigt: In der Corona-Krise stehen viele Menschen zusammen. Darüber freut sich Jan Sellner, Leiter der Lokalredaktion und Vorsitzender der Aktion Weihnachten.

Stuttgart - In diesem Jahr waren gute Nachrichten so rar und selten zu finden wie Diamanten. Würde man 2020 auf einer Erfreulichkeits-Skala messen, die von null (unerfreulich) bis zehn (höchst erfreulich) reicht, landete man gerade mal bei Stufe zwei. Abgesehen von privaten Glückserlebnissen war es nicht das gute Jahr, das man sich am Jahresanfang gewünscht hatte. Corona hat uns allen zu schaffen gemacht und vielen besonders schwer – gesundheitlich wie wirtschaftlich. Das spiegelt sich auch in der großen Zahl von Anträgen wider, die uns als Aktion Weihnachten über unsere Partner, wie die Evangelische Gesellschaft und Caritas, erreichen. Die Bedürftigkeit hat spürbar zugenommen. Mehr Menschen sind auf Hilfe und Zuwendungen angewiesen. Nicht nur irgendwo in der Welt, sondern auch ganz konkret hier in Stuttgart.

Benachteiligte Kinder stehen im Blickpunkt

Die Benefizaktion unserer Zeitung, die 1971 gegründet worden ist, hat im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten auf diese Entwicklung reagiert und dabei neue Wege ausgelotet. Gemeinsam mit „Hilfe für den Nachbarn“, der Hilfsaktion der Stuttgarter Zeitung, haben wir während des Lockdowns im Frühjahr erstmals außerhalb der Reihe eine Spendenkampagne gestartet. Bis August kamen rund 700 000 Euro zusammen. Eine beeindruckende Summe, von der ein erheblicher Teil an Tafeln und an bedürftige Familien geflossen ist. Sie tun sich in dieser Krisenzeit besonders schwer, auch wegen der eingeschränkten Möglichkeiten der Kinderbetreuung und des Schulunterrichts.

Benachteiligte Kinder und Jugendliche stehen auch im Blickpunkt der aktuellen 50. Spendensammlung. Seit Beginn der Aktion Weihnachten 2020/21 am ersten Advent sind 366 768 Euro an Spenden eingegangen. Das ist sogar mehr als im Zeitraum vor Weihnachten 2019. Und das obwohl unsere traditionellen Benefizveranstaltungen, die Ballettmatinee in der Oper und die Nacht der Lieder im Theaterhaus, die weit in die Stadtgesellschaft ausstrahlen, wegen der Pandemie dieses Jahr nicht stattfinden konnten. Das Engagement der vielen Spender – von Privatleuten und kleinen Initiativen bis hin zu großen Unternehmen – erfüllt uns mit Freude und Dankbarkeit, denn sie versetzt uns in die Lage, weiter tatkräftig zu helfen, sei es bei der Hausaufgabenbetreuung oder beim digitalen Lernen.

Viele Menschen engagieren sich persönlich

Körperlich Abstand halten und innerlich zusammenstehen – das beherzigen viele Menschen in der Krise vorbildlich. Die Spendenbereitschaft ist dafür ein Beleg. Ebenso wie das persönliche Engagement vieler Menschen. Etwa von Roman Novitzky, Erster Solist des Stuttgarter Balletts und Fotograf. Er hat eine Auswahl seiner Ballettfotografien für den guten Zweck zur Verfügung gestellt. Dafür gebührt ihm ein großes Dankeschön, in das auch das Stuttgarter Ballett und die John-Cranko-Schule mit eingeschlossen sind, die die Aktion Weihnachten seit vielen Jahren unterstützen. Der Erlös der Fotos fließt ebenso in den Spendentopf, wie das Geld aus dem Verkauf von Königen und Engeln aus der Holzwerkstatt der Behinderteneinrichtung BHZ, mit der die Aktion Weihnachten gerne kooperiert. Zwei Beispiele, die zeigen, dass gute Nachrichten selbst in diesem Jahr doch nicht so selten sind wie Diamanten. Sie alle, liebe Spenderinnen und Spender, haben gute Nachrichten produziert. Herzlichen Dank und frohe Weihnachten!

jan.sellner@stn.zgs.de

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