160 Schlemmerpakete für die bedürftigen Bewohner des Immanuel-Grötzinger-Hauses haben Monika Grolms (von links), Carola Pein und Angela Knobloch gepackt. Sie werden an Heiligabend verteilt. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Die Aktion Weihnachten freut sich über ein sensationelles Zwischenergebnis. Unsere Leserinnen und Leser, Förderer und Unterstützer haben bisher 366­ 768 Euro gespendet – das ist mehr als 2019.

Stuttgart - Dass der Hilfsbedarf in dieser Zeit besonders groß sein würde, davon sind die ehrenamtlichen Mitglieder der Aktion Weihnachten zu Recht ausgegangen, als sie Anfang Oktober ihre Hauptversammlung abhielten – zum ersten Mal in der Geschichte der Benefizaktion per Videokonferenz. In einem anderen Punkt sollte sich die Runde jedoch täuschen. Sie ging von einem Einbruch bei den Spendenmitteln aus – als Folge der Pandemie. Das Gegenteil ist der Fall.

Sensationelle 366 768 Euro haben unsere Leserinnen und Leser, Förderer und Unterstützer für die 50. Benefizaktion unserer Zeitung gespendet. Das ist sogar mehr als im Rekordjahr 2019, als es an Heiligabend 357 657 Euro waren. Was uns ebenfalls sehr freut: Die Zahl derjenigen, die hinter der Aktion Weihnachten stehen, ist deutlich gestiegen. Mehr als 2700 Spenderinnen und Spender haben sich beteiligt. Das sind so viele wie nie in der langjährigen Geschichte der Benefizaktion. Sie alle helfen mit, dass wir Menschen in Not aus Stuttgart und der Region in diesen schwierigen Zeiten unterstützen können: von der alleinerziehenden Mutter mit Geldsorgen bis zum schwerstkranken Kind, dem wir die Reittherapie finanzieren.

Schnelle Hilfe gegen Hunger

Schnelle Hilfe gegen Hunger

Besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind auch Wohnungslose. Wie kann man ihre Versorgung sicherstellen? Das Rudolf-Sophien-Stift (RSS) hat sich kurzfristig mit einem Antrag an die Aktion Weihnachten gewandt, den wir im Schnelldurchgang genehmigen konnten: Statt an drei Tagen wird das RSS nun an sechs Tagen die Woche warme Suppen und Eintöpfe an Obdachlose und Bedürftige an verschiedenen Standorten in der Innenstadt ausgeben können, darunter am Marienplatz und an der Paulinenbrücke. Die Kosten für die zusätzlichen Tage teilen sich die Aktion Weihnachten und die Bürgerstiftung. Auch ehemaligen Wohnungslosen machen wir eine Freude: Weil die Weihnachtsfeier im Immanuel-Grözinger-Haus nicht stattfinden kann, haben wir 160 Schlemmerpakete finanziert, die an Heiligabend verteilt werden. „Wir wollen ihnen das Gefühl geben, nicht ganz alleine zu sein. Heiligabend ist für die meisten der schlimmste Tag im ganzen Jahr“, erklärt die Mitarbeiterin aus der Einrichtung, Carola Pein.

Die wichtigsten Projekte

Die wichtigsten Projekte

Im Zeichen von Corona stehen auch die wichtigsten Projekte der diesjährigen Aktion Weihnachten: Drei Initiativen, die für mehr Bildungsgerechtigkeit in Zeiten von Hybridunterricht und Homeschooling sorgen, haben wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zum Auftakt ans Herz gelegt. Das Projekt „Digital for all kids“ des Ausbildungscampus stattet ehrenamtlich begleitete Lernräume in Sozial- und Flüchtlingsunterkünften aus und liefert die Technik für hauptamtlich betreute Lernräume. Das Bildungszentrum Hallschlag der Neuen Arbeit begegnet Lernlücken mithilfe von Nachhilfetandems. Das Projekt HUke-Pack schließlich von der Helene-Schoettle-Schule erreicht Kinder mit geistiger Behinderung: Sie erhalten Rucksäcke mit Materialien zur Kommunikations-, Lese- und Sprachförderung für zu Hause. Die beantragten Mittel für die drei Projekte sind bereits überwiesen.

Die Großspender

Die Großspender

Auch wenn einige Namen in diesem Corona-Jahr fehlen, weil die Geschäftslage es nicht zuließ, haben uns doch die meisten Großspender die Treue gehalten. Darunter sind sogar Vertreter aus pandemiegeplagten Branchen. „Bei Sonnenschein kann jeder spenden, es gibt Dinge, die muss man unterstützen – gerade in schwierigen Zeiten“, so drückt es Wittwer-/Thalia-Geschäftsführer Rainer Bartle aus, Vertreter der Traditionsgeschäfte. Diese haben trotz dieses für den Handel so schwierigen Jahres wieder für die Aktion gespendet. Gleiches gilt für Breuninger.

Unser großzügigster Unterstützer ist wieder die Sparda-Bank, die in diesem Jahr stolze 25 000 Euro gegeben und erneut den Grundstock der Aktion gelegt hat. Weitere Großspender sind die Menold-Bezler-Stiftung, die Porsche AG, die Daimler AG, die EnBW, die Volksbank, die BW-Bank, die GWG, Mönkemöller Wassertechnik, die Toto Lotto GmbH, die Dürr AG, Raumtechnik Schober GmbH und die Sika Holding. Die Einnahmen aus den großen Veranstaltungen zugunsten der Aktion Weihnachten fehlen in diesem Jahr natürlich. Dass das Ergebnis insgesamt dennoch so überwältigend ist, liegt daran, dass so viele Leserinnen und Leser bereit waren, für bedürftige Mitmenschen etwas zu geben.

Die Sonderaktionen

Die Sonderaktionen

Zur 50. Aktion Weihnachten konnten wir zehn wunderschöne Ballett-Motive von Roman Novitzky, Tänzer, Choreograf und Fotograf der Stuttgarter Kompanie, zum Verkauf anbieten: 4380 Euro sind so zusammengekommen – ein toller Erfolg. Dank gebührt in dem Zusammenhang auch dem Stuttgarter Labor Prolab für günstige Entwicklungskosten. Die kleinen Könige aus der Kreativwerkstatt des BHZ brachten einen Erlös von 3310 Euro, der jeweils zur Hälfte an das BHZ und an die Aktion Weihnachten fließt. Weitere 550 Euro gingen über den Verkauf historischer Schallplatten an die Benefizaktion. Gefreut haben wir uns auch über das Engagement der Schmuckdesignerin Kaja Garms, die vor ihrem Geschäft in Gerlingen kurz vor dem Lockdown zugunsten der Aktion Weihnachten selbst gebackene Sterne verkauft hat, unterstützt von ihrem Mann und einer Freundin: 318,75 Euro kamen zusammen – auch dafür vielen Dank!

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