Im Herbst und im Winter – an trüben Tagen – geht es Herrn M. besonders schlecht. Foto: Andreas Rosar

Herr M. leidet an Schizophrenie und Depressionen – wie schon seine Mutter. Sein Vater lebt nicht mehr. Er starb viel zu früh an einem Herzinfarkt. Seither hat Herrn M. die psychische Erkrankung im Griff.

Stuttgart - In seiner Schulzeit hat Herr M. gerne Fußball gespielt und die Leichtathletik-AG besucht. Heute kann man sich kaum vorstellen, dass er einmal unbeschwert über einen Sportplatz gefegt ist. Den Kopf gesenkt sitzt er da, mit hängenden Schultern, die Stimme ist monoton. Herr M. ist psychisch krank. Vier verschiedene Präparate nimmt er wegen Schizophrenie und seiner Depression, die in der dunklen Jahreszeit immer besonders stark ist.

Die Schizophrenie sei bei ihm ausgebrochen, als sein Vater im Jahr 2005 starb. Der war gerade mal 48 Jahre alt, als er seinen zweiten Herzinfarkt hatte. Seine Ausbildung als Maler und Lackierer habe er noch „mit Ach und Krach“ geschafft, wohl auch, weil das erste Lehrjahr so gut gelaufen war. Danach war es für den damals 23-Jährigen mit dem regulären Arbeitsmarkt vorbei. Er litt an Verfolgungswahn. Heute seien die Medikamente gut eingestellt.

Mutter ist auch schizophren

Kontakt zu seinen alten Freunden hat er nicht mehr. Aus seinem früheren Leben sind ihm seine zwei Brüder geblieben. Die seien gesund, sagt er. Sie hatten Glück. Seine Schizophrenie sei erblich bedingt. Auch seine Mutter ist betroffen. Sie hat sich aber erst sehr spät in Behandlung begeben – 2003 wurde die Diagnose gestellt, zwei Jahre vor dem Tod des Vaters. Es muss belastend gewesen sein, mit einer psychisch kranken Mutter aufzuwachsen, aber hierzu kann Herr M. nichts sagen, er ist dafür nicht stabil genug. Das schaffe er nicht, es gehe ihm zu nah, sagt er. Manchmal nehmen seine Brüder ihn mit, wenn sie zur Mutter fahren, die in Bayern im betreuten Wohnen lebt.

Herr M. hat einige Jahre mit anderen psychisch Kranken in einer Wohngemeinschaft gelebt, inzwischen ist er in einer eigenen Wohnung. Er hat eine Freundin, die er bei einer Rehabilitationsmaßnahme in Stuttgart kennen gelernt hat. Er hat verschiedene Programme durchlaufen und in einer Werkstatt für psychisch Kranke gearbeitet. Von Maßnahme zu Maßnahme wurde der Zuverdienst geringer. Aber die Fixkosten blieben gleich. So fing es an mit den Geldproblemen.

Zum Leben bleibt wegen der Schulden kaum noch etwas

Dann sah er ein verlockendes Angebot für einen günstigen Computer: Das Gerät musste erst nach 100 Tagen bezahlt werden. Nach Ablauf der Frist war er nicht zahlungsfähig. Aufgrund einer Krise habe er eine weitere geplante Maßnahme nicht antreten können, bei der er sich wieder etwas hätte hinzu verdienen können. Sofort fielen 22 Euro Zinsen an. Inzwischen ist mit dem Versandhändler eine Ratenzahlung vereinbart. Auch bei den GEZ-Gebühren, von denen er sich nicht befreien lassen kann, ist er im Rückstand. Wegen der Schulden bleibe ihm zum Leben kaum etwas übrig, sagt er. Das Gemeindepsychiatrische Zentrum, das ihn betreut, hat für ihn 500 Euro beantragt. Der Betrag würde den Großteil der Schulden decken. Die Aktion Weihnachten würde Herrn M. gerne unterstützen und bittet um Spenden.

So können Sie Spenden:

Die „Aktion Weihnachten“ freut sich über Spenden. Die Spendenkonten der „Aktion Weihnachten“ lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00. Wenn Ihr Name als Spender veröffentlicht werden soll, vermerken Sie das bitte unbedingt bei der Überweisung.

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