Die Dose enthält wichtige Informationen: zum Beispiel, wer im Notfall zu benachrichtigen ist. Foto: B.O.

Wenn sich ein älterer Mensch im Notfall oder aufgrund akuter Verwirrtheit nicht mehr äußern kann, dann ist es gut, wenn eine Notfalldose im Kühlschrank steht. Die Aktion Weihnachten unterstützt ein Projekt, das 2500 Dosen unters Volk bringen will.

Stuttgart - In einer akuten Krise können plötzlich die Worte fehlen. So sei es einer 79-Jährigen gegangen, die sie aus der Beratung kennt, berichtet die Koordinatorin des Netzwerks Demenzfreundliches Bad Cannstatt, Bettina Oehl. Die Frau leidet an einer beginnenden Demenz. Sie war bei einem Rettungsdiensteinsatz komplett überfordert – und sei im Nachhinein sehr dankbar gewesen, dass sie eine Notfalldose im Kühlschrank stehen hatte. Ein Aufkleber, der von innen in der Wohnungstür klebte, hatte die Sanitäter auf die Dose aufmerksam gemacht. Darin vermerkt sei auch das Haustier der Seniorin gewesen – und wer sich im Notfall um den Hund kümmern solle.

Die Notfalldosen enthalten auf mehreren Seiten die wichtigsten Daten zur Person: ob diese Krankheiten hat, die Einfluss auf eine Notfallbehandlung haben, zum Beispiel, wer im Notfall zu kontaktieren ist, welche Medikamente eingenommen werden – oder ob es Personen gibt, die sich auf den täglichen Kontakt verlassen, weil sie zum Beispiel selbst Pflege benötigen oder ein Kind von der Schule abgeholt werden muss.

Bettina Oehl findet besonders hilfreich an der Dose, dass sich die Menschen im Vorfeld – und nicht erst, wenn es akut ist – mit wichtigen Fragen beschäftigen. Eben wie der, was eigentlich im Notfall mit dem Haustier passiert. Solch eine Notfalldose ist natürlich nicht nur für Menschen mit Demenz sinnvoll. Eine ältere Dame habe ihr erzählt, dass sie und ihr Mann auf Reisen immer je eine Dose im Handgepäck dabei hätten, berichtet Oehl. Das gebe ihnen Sicherheit.

Dosen gibt es auch auf dem Niklasmarkt am Stand des Netzwerks

Schon im vergangenen Jahr hat das Netzwerk begonnen, Notfalldosen in kleiner Auflage über die Beratungsstelle Gerbera und das Bezirksrathaus zu verteilen. Die Einsatzleitungen der Rettungsdienste seien informiert worden, sagt die Sozialarbeiterin. Nun soll es, beginnend am Samstag, 7. Dezember, im großen Stil weitergehen. 2500 Notfalldosen will das Netzwerk im Stadtbezirk Bad Cannstatt unter die Menschen bringen. Die Dosen sind in Cannstatter Apotheken zu bekommen, aber auch beim Niklasmarkt am Samstag in der Marktstraße am Stand des Netzwerks. Eine sinnvolle Initiative, wie die „Aktion Weihnachten“ findet, die das Projekt finanziell unterstützt.

So können Sie spenden

Die „Aktion Weihnachten“ freut sich über Ihre Spenden. Wenn Ihr Name als Spender veröffentlicht werden soll, vermerken Sie das bitte bei der Überweisung. Sachspenden können wir nicht annehmen. Die Spendenkonten lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00.

Die „Aktion Weihnachten“ erreichen Sie per E-Mail an aktion-weihnachten@ stuttgarter-nachrichten.de. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.aktionweihnachten.de.

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