Den Rollator braucht Frau M., um sich in der Wohnung zu bewegen. Foto: vv

Frau M. hat viele gesundheitliche Probleme, auch als Folge einer Krebserkrankung. Sie kann sich nur unter Schmerzen bewegen und hat kaum noch Kleidung. Die Aktion Weihnachten will helfen.

Stuttgart - Der Weg von der Wohnungstür zurück zu ihrem Sofa ist für Frau M. eine Tortur. Schwer stützt sie sich auf ihren Rollator, der Rücken ist tief gebeugt. Ohne das Hilfsmittel würde die 66-Jährige die Strecke nicht mehr schaffen. 1991 war sie an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Sie hat die Krankheit überlebt, aber als Folge Nervenschäden an den Füßen. 1996 kam noch Fibromyalgie hinzu – eine chronische Schmerzerkrankung. Weil sie sich wegen der Schmerzen kaum bewegte, wurde Frau M. adipös.

Bis vor einem Jahr wohnte sie im zweiten Stock. Sie verließ jahrelang nicht das Haus. „Wenn ich zum Arzt musste, musste man mich runtertragen, das war für die Leute schlimm – und für mich schlimm“, sagt M. Auch jetzt, da sie im Erdgeschoss wohnt, verlässt sie nur im Notfall ihren Schutzraum. Im Winter sei das ohnehin für sie schwer möglich. Zwar hat sie einen Elektrorollstuhl, mit dem sie vorankäme. „Aber ich habe keine Winterjacke“, sagt sie.

Mit 17 Jahren flüchtete sie sich in die Ehe

Seit 20 Jahren hat sich Frau M. keine Kleidung mehr gekauft. Was sie noch hat, ist alt oder zu klein. Sie dreht den rechten Arm ein wenig zur Seite, so dass der zerschlissene Stoff am Ellenbogen zu sehen ist. Am dringendsten benötige sie Unterwäsche und die Winterjacke, so Frau M. Sie habe keinen BH mehr. „Ich schäme mich so“, sagt sie traurig. Auch wegen einer Depression ist sie in Behandlung und wird von einem Gemeindepsychiatrischen Zentrum betreut.

Frau M. kann sich an keine unbelastete Zeit in ihrem Leben erinnern. Ihr Vater war gewalttätig und habe ihr, als sie in die Pubertät kam, nachgestellt. Mit 17 Jahren flüchtete sie sich in die Ehe – „und kam vom Regen in die Traufe“. Ihr Mann trank und schlug sie. Nach fünf Jahren Ehe, in denen zwei Kinder geboren wurden, trennte sie sich. Die Kinder wuchsen in Pflegefamilien auf, zu ihnen hat sie keinen Kontakt. Sie heiratete damals erneut, bekam ihr drittes Kind, doch auch in dieser Ehe wurde sie nicht glücklich. „Er war eiskalt, hatte das Herz in der Hosentasche und den Reißverschluss fest zugezurrt“, sagt sie. Elf Jahre hielt die Verbindung. Als sie Krebs bekam, war er weg.

Ihr Glauben gibt ihr Halt

Frau M. hat sich immer nach jemandem gesehnt, der ihr Halt gibt. Indirekt wurde sie fündig: Sie ist sehr gläubig. Sie liest mit Hingabe über das Christentum und in der Bibel, auch ihr jüngster Sohn teilt die Begeisterung. Jeden Sonntag treffen sie sich bei ihr, um den Gottesdienst am Bildschirm zu verfolgen. Ihr Computer ist ihr Fenster in die Welt. Mit anderen Gläubigen tauscht sie sich aus, hat Kontakte in Israel, Kanada, Amerika. Allerdings ist ihr ohnehin sehr alter Schreibtischstuhl zu schmal geworden. Sie kann ihn nur unter Schmerzen nutzen. Der Computer steht auf einem wackeligen Balkontisch. Frau M. wünscht sich einen Schreibtischstuhl, einen Schreibtisch und einen Satz Kleidung. Sie lebt von einer Erbwerbsminderungsrente und Grundsicherung und kann sich diese Dinge nicht leisten. Die „Aktion Weihnachten“ würde ihr die Wünsche gerne erfüllen.

So können Sie spenden:

Die „Aktion Weihnachten“ freut sich über Spenden, um Menschen in Not helfen zu können. Achtung: Wenn Ihr Name als Spender in den Stuttgarter Nachrichten veröffentlicht werden soll, vermerken Sie das bitte unbedingt bei der Überweisung. Sachspenden können wir aus logistischen Gründen leider nicht annehmen. Die Spendenkonten der „Aktion Weihnachten“ lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00.

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