Auch Herr B. holt sich regelmäßig sein Methadon in einer Praxis. Foto: dpa/PA Danny Lawson

Herr B. hat, als er 14 Jahre alt war, seinen Vater verloren. Das verkraftete er nicht und griff zu Drogen. Das wenige Geld, das er hat, gibt er für seinen kranken Hund aus. Nun ist nicht nur der Kühlschrank kaputt. Die Aktion Weihnachten will helfen.

Stuttgart - Das wirksamste Mittel, das Herrn B. gegen seine Traurigkeit hilft, heißt Sofia. Sein Labradormischling liebt ihn genau so wie er ist. Und er sorgt dafür, dass sein Herrchen regelmäßig an die frische Luft kommt. Das ist wichtig, denn Herr B. ist stark übergewichtig. Schon als Kind habe er zu viel gewogen, sagt er. Er ist in der Region auf dem Land groß geworden. Aus den Fugen geraten ist sein Leben, als er 14 Jahre alt war. „Da hat sich mein Vater umgebracht”, erzählt Herr B.. Zuerst betäubte er seine Trauer mit Alkohol, dann begann er zu kiffen. Als auch das nichts half, griff er zu härteren Drogen.

In der Schule bemühte sich B. nicht mehr. Alles erschien ihm sinnlos. Seinen Erbteil bekam er mit 18 ausgezahlt. Er gab ihn für Drogen aus: hauptsächlich für Kokain, aber auch für Heroin. Es reichte kürzer, als er dachte. So arbeitete er als Fahrer bei einer Zeitarbeitsfirma bis er den Führerschein verlor – zu viele Punkte. Mit Anfang 20 kam er in Haft, weil er „kleinere Einbrüche“ begangen hatte, um die Sucht zu finanzieren. Die Zeit im Gefängnis habe ihm die Augen geöffnet, sagt er heute, 20 Jahre später. Seither sei er nicht einmal mehr schwarzgefahren. Aber auch sein zweites Erbe, nach dem Tod der Mutter, sei in die Sucht geflossen.

Zwei Jahre lang hat er die Taubenschläge versorgt

Den illegalen Drogen hat Herr B. abgeschworen. Seit 13 Jahren ist er im Substitutionsprogramm, schluckt täglich Methadon. Von der Szene hält er sich bis auf die Besuche in der Praxis fern. Zwei Jahre arbeitete er im Tierschutz und kümmerte sich um die Taubenschläge. „Ich musste gebückt arbeiten und klettern.” Irgendwann streikte der Körper, die kaputten Knie und die Hüfte meldeten sich. Er wurde unzuverlässig – und verlor die Arbeit wieder, was ein Rückschlag war.

Um Sofia, das bescheinigt ihm auch sein Sozialarbeiter von der Evangelischen Gesellschaft, kümmert er sich liebevoll. „Sie ist meine Ersatzfamilie“, sagt Herr B.. Für sie steckt er aber auch zurück, gönnt sich selbst nichts. Sofias Futter bezieht er über eine Hilfsorganisation, aber die Kosten für Tierarzt und Medikamente sind enorm – 180 bis 200 Euro gingen dafür drauf. Denn Sofia ist nicht nur alt, sondern auch chronisch krank. Sie hat eine angeborene Immunschwächekrankheit und einen Herzfehler.

Der Kühlschrank schließt nicht mehr

So schafft er es nicht, etwas zur Seite zu legen. Nun sind mehrere Haushaltsgeräte kaputt gegangen. Beim Kühlschrank ist das Türscharnier gebrochen, sodass er ihn schräg hinstellen muss, damit die Tür schließt. Herr B. hatte das Gerät gebraucht gekauft, weil der Vorgänger zu viel Strom gefressen hatte. Bei der Waschmaschine ist zudem der Heizstab defekt. Herr B. behilft sich mit warmem Wasser aus der Dusche. Die „Aktion Weihnachten“ will Herrn B. den Kauf eines Kühlschranks, einer Waschmaschine und warmer Kleidung für den Winter ermöglichen und bittet dafür um Spenden.

So können Sie spenden:

Die Spendenkonten der „Aktion Weihnachten“ lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00. Wenn Ihr Name als Spender veröffentlicht werden soll, vermerken Sie das bitte unbedingt bei der Überweisung. Sachspenden können wir aus logistischen Gründen leider nicht annehmen.

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