Die Gemeinde für Christus Murrhardt hat in die Stadthalle eingeladen. Dort durften sich kleine Baumeister mit gut 100 000 der beliebten Steinchen in allen Farben und Formen versuchen und eine Stadt nachbauen – Traumhäuser und Bibelgeschichten inklusive.
Was passiert, wenn man rund 50 Kinder in die Stadthalle einlädt und ihnen Legosteine in allen nur erdenklichen Formen und Farben zur freien Verfügung stellt? Es wird kreativ: Es entsteht eine kunstvoll arrangierte und kunterbunte Stadt mit allen markanten Gebäuden, die so eine Stadt in der Regel hat: Kirche, Krankenhaus, Rathaus, Hochhaus, Bahnhof, Fußballstadion. Liebevoll wurde alles im Kleinformat mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl und noch mehr Spaß umgesetzt.
Wenige Stunden nach Bekanntmachung der Lego-Tage war ausgebucht
Bereits zum zweiten Mal hat die Murrhardter Ortsgemeinde des deutschlandweiten Verbunds Gemeinde für Christus zur großen Lego-Aktion in die Stadthalle eingeladen. Nur wenige Stunden nach der Bekanntmachung waren alle Plätze voll, und auch die Warteliste musste bald geschlossen werden. „Das kommt richtig gut an. Und darum geht es uns auch. Hier können die Kinder mit ihren Händen aktiv und kreativ sein, statt nur an der Playstation oder am Smartphone zu zocken“, sagt Simon Fetzer aus dem Leitungsteam der Gemeinde.
Viel mehr kann er am Freitagnachmittag kaum erzählen, denn Simon Fetzer ist als Leiter für eine Gruppe zuständig, die gerade dabei ist, eine Kirche zu bauen. In der Gruppe sind sich alle sicher, dass dieses Gebäude das schwierigste ist. Auf dem Tisch haben sie einen Bausatz mit den Grundteilen für den Kirchenbau liegen. Darüber hinaus ist im hinteren Teil der Halle eine Art Teilelager vorhanden, in dem sich die Kinder der verschiedenen Baugruppen nach Bedarf bedienen und ihre kleinen Schälchen füllen können. Fein säuberlich liegen dort nach Formen und Farben sortiert Unmengen an kleinen bunten Steinchen parat. Jonas Gogel ist zuständig dafür, dass an dem langen Lego-Buffet alles geordnet zugeht. Wer von den kleinen Baumeistern voller Energie ist, kann auch einfach schon anfangen, ein eigenes Traumhaus zu erschaffen und sich dafür die passenden Teilchen in der Lieblingsfarbe zusammen suchen.
Es entstand auch schon mal ein Kino mit Smartphone als Leinwand
Zwischen den 50 teilnehmenden Kindern werkelt auch der eigene Nachwuchs von Simon Fetzer und David Pfeuti. Letzterer ist der angestellte Pastor der freikirchlichen Gemeinde, er war ebenfalls an den drei Lego-Tagen als Bauleiter gefragt. Er erinnert sich noch gut daran, wie toll beim letzten Mal ein Kino geworden sei. „Die Kinder haben vorne ein Handy als Leinwand platziert, darauf lief dann das Lego-Movie. Das war richtig klasse.“ Gut, dass die Herren auch ihren Spaß daran haben, mit den nahezu unendlich vielen bunten Steinchen Gebäude nachzubauen. An den ersten zwei Tagen hatten die Kinder viel Zeit zum Bauen, es gab biblische Geschichten zum Ausgleich und Innehalten sowie ein Mittagessen. Am dritten Tag, dem Sonntag, standen zusätzlich ein Familiengottesdienst und eine anschließende Ausstellung der fertigen Lego-Stadt auf dem Programm. Dann stand auch schon der Abbau der kreativen Bauwerke an.
Daran wollen Manuel, Liana und Kilian am Freitag noch nicht denken. Mit Feuereifer sind sie dabei, ein Hochhaus entstehen zu lassen. Dazu müssen Unmengen an Fenster zusammengebaut werden. „Daheim habe ich auch das Problem, dass ich die Sachen nicht mehr auseinander bauen will, deshalb habe ich nicht mehr viele Steine zum Bauen übrig“, sagt Kilian und grinst Janika Beck an. Sie ist ebenfalls ein Mitglied der freikirchlichen Vereinigung und hilft als Bauleiterin an diesem Tisch mit, dass das Hochhaus auch rechtzeitig fertig wird.
Wer fleißig baut, braucht auch regelmäßige Pausen. In diesen dürfen die Jungs und Mädchen im Foyer – das passenderweise bunt bestuhlt ist und mit viel farbigem Gebäck aufwartet – naschen und sich stärken. „Das merkt man schon, dass die Kinder irgendwann eine Pause brauchen. Auch gegen Ende wird die Konzentration immer weniger, man muss mehr motivieren und auch mal stärker mitbauen“, sagt Simon Fetzer und blickt zu seiner Tochter Emma. Sie hat gerade keine Lust mehr am ziemlich kompliziert aussehenden Bahnhof weiterzubauen. Stattdessen will sie anfangen, ihr Traumhaus zu erschaffen.
„Das soll Weiß werden und da stehen, wo ein großer Garten drum herum und der See nicht weit ist“, erklärt das Mädchen und zeigt den Bauplatz auf der großen Platte, auf der neben den stadtbildprägenden Gebäuden auch Plätze für Privathäuser eingezeichnet sind. Dazwischen sind grüne und blaue Platten – was für viel Wiese und Wasser zur Naherholung steht. Und drum herum soll zum Finale ein Zug fahren. „Die Kinder entwickeln tolle Ideen. Bei den letzten Lego-Tagen haben sie vor der Kirche eine große Hochzeitsprozession aufgebaut“, sagt David Pfeuti und ist gespannt, was diese Bauzeit noch alles bereithalten werden.