Erst musikalisch, dann leuchtend ging es für die Pflegeheimbewohner durch die Dunkelheit. Foto: Werner Kuhnle

Ehrenamtliche und Pflegeheimbewohner in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) sind mit Laternen durch die Nacht gezogen. Warum solche Aktionen bald vielleicht nicht mehr möglich sind.

Mancher wird nicht schlecht gestaunt haben, als er neulich eine Gruppe von Rollstuhlfahrern mit Laternen in Kornwestheim gesehen hat. Dabei handelte es sich um eine Aktion des Fördervereins des Jakob-Sigle-Heims. „Das war ein voller Erfolg. Die Leute hatten sehr viel Spaß dabei“, sagt Anita Scholl. Dennoch treibt sie auch die Sorge um die Zukunft des Vereins um.

 

Das jüngste Event hat auch bei Scholl positive Spuren hinterlassen. Die Fördervereinsvorsitzende berichtet vom gemeinsamen Singen mit den Pflegebedürftigen vor dem Laternenumzug. Ehrenamtliche schoben Heimbewohner, die Laternen stellte der Förderverein. Seit 26 Jahren gibt es den Verein, der das Ziel hat, für Abwechslung im Alltag der Pflegebedürftigen zu sorgen und Aktionen zu finanzieren.

Das Jakob-Sigle-Heim in Kornwestheim gibt es seit 1966, seit 2017 im Neubau. Foto: privat

Scholl ist mit Herzblut bei der Sache und freut sich über 146 Vereinsmitglieder. Aktiv davon seien etwa 15. Diese packen bei Aktionen wie dem Laternenlauf, den regelmäßigen Rollstuhlspaziergängen oder den Flohmärkten an. Eine Besonderheit bietet Robert Müller vom Förderverein mit seinen Rikscha-Fahrten für Heimbewohner.

Nachwuchs dringend gesucht

„Das Ehrenamt gibt einem so viel“, schwärmt die Vereinsvorsitzende. Und dennoch gibt es Probleme: Die Aktiven werden immer älter. Schon jetzt falle es vielen schwer, die körperliche Tätigkeiten zu leisten, wie das Rollstuhlschieben oder beim Flohmarkt mitzuhelfen.

Es fehlt einfach an Nachwuchs. Scholl versteht, dass junge berufstätige Menschen nachmittags nicht einfach zum Rollstuhlschieben gehen können, aber sie hofft, dass sich doch noch einige fitte Rentner finden lassen. „Die Heimbewohner sind so dankbar für die Abwechslung“, sagt sie.

Ob Rollstuhlspaziergang oder eine Runde Bingo bei schlechtem Wetter. Die Aktivität dient nur als Anlass zum Austausch. Es tue den Menschen einfach gut, auch mal Kontakt mit anderen zu haben. Scholl lobt die Zusammenarbeit mit dem Pflegeheim. Klar ist aber auch, dass den Bewohnern etwas fehlen würde, ohne den Förderverein, sollte der sich nicht verjüngen können.