Aktion in Bad Cannstatt Wünsche werden wahr

Von Maira Schmidt 

Die fünfjährige Cecilia hat dabei geholfen, die Wunschzettel an den Baum vor der Stadtkirche zu hängen. Foto: Maira Schmidt
Die fünfjährige Cecilia hat dabei geholfen, die Wunschzettel an den Baum vor der Stadtkirche zu hängen. Foto: Maira Schmidt

Rund 40 Kinder haben am Samstag den Wunschbaum vor der Stadtkirche geschmückt. Bereits seit 2010 gibt es die Aktion Weihnachtsfreude, bei der Bewohner aus dem Bezirk Obdachlosen, Flüchtlingen und anderen bedürftigen Menschen einen Wunsch erfüllen.

Bad Cannstatt - Ein Gutschein für einen Friseurbesuch, eine Schachtel Pralinen oder ein Fußball: es sind keine exotischen Wünsche und doch „ist es für viele das einzige Weihnachtsgeschenk“, sagt der Pfarrer der Stadtkirche Florian Link. Die Aktion Weihnachtsfreude geht in diesem Jahr in die fünfte Runde. Bereits seit 2010 gibt es das Projekt, bei dem Bewohner aus dem Bezirk Obdachlosen, Flüchtlingen und anderen bedürftigen Menschen einen Wunsch erfüllen. Verschenkt werden Geld, Sachen und Zeit, organisiert wird die Aktion von der Stadt-, der Martins- und der Lutherkirche sowie der Fotografin Alexandra Licina.

Knapp 500 Wunschzettel an zwei Bäumen

Rund 40 Kinder haben am Samstag den Christbaum vor der Stadtkirche geschmückt. Sie hatten einiges zu tun, denn in diesem Jahr sind es laut Link knapp 500 Wunschzettel, die auf die beiden Bäume an der Marktstraße und vor der Lutherkirche verteilt werden. Damit die Kinder der Kinderkirche die gelben und weißen Kärtchen überhaupt aufhängen können, haben andere schon vorgearbeitet. Die Mitarbeiter der verschiedenen sozialen Einrichtungen in Bad Cannstatt haben die Wünsche zusammengetragen, die Wunschzettel wurden von den Jugendlichen der Inzel, Gesellschaft für offene und mobile Jugendarbeit, laminiert und von den Senioren des Evangelischen Vereins mit Bändchen versehen.

Zusammen mit Inzel-Leiterin Marie Déjeux sorgen die Jugendlichen auch dafür, dass die Geschenke bei den Bedürftigen ankommen. Sie verteilen einen großen Teil der Päckchen. Mit dem Bollerwagen seien sie dann meist im Stadtbezirk unterwegs, erzählt Déjeux. Im vergangenen Jahr hätten sie die letzten Päckchen noch am Abend des 23. Dezember ausgeliefert. Zum Erfolg der Aktion Weihnachtsfreude tragen aber nicht nur die vielen Helfer und Wunscherfüller bei. „Wir haben schon zwei große Geldspenden für dieses Jahr bekommen“, sagt Link. Außerdem sei für den 6. Januar ein Benefizkonzert des Daimler-Chores und des Chors der Polizeidirektion Esslingen geplant.

Die Spenden kommen zu 100 Prozent an

Der Pfarrer ist von der Aktion nach wie vor begeistert. „Im vergangenen Jahr wurden fast alle Wünsche erfüllt“, schwärmt er. Es sei eine sehr direkte Art der Hilfe. „Die Spenden kommen zu 100 Prozent an“, es gehe kein Geld für Verwaltungskosten verloren, so der Pfarrer. Dass es sich lohnt zu helfen, macht Link an einem Beispiel deutlich. „Eine Frau konnte ihre Familie an Weihnachten nicht besuchen“, erzählt er. Sie hatte kein Geld für die Fahrkarten und habe sich außerdem geschämt, weil sie kein Geschenk mitbringen konnte. Die Aktion Weihnachtsfreude habe beides möglich gemacht, sodass die Dame Weihnachten doch noch bei ihren Lieben verbringen konnte.

Und so
funktioniert die Aktion: Einfach den Wunschzettel vom Baum nehmen und das entsprechende Geschenk besorgen. Die Geschenke können an einem der folgenden Orte abgegeben werden: In der Luther- , Stadt- und Martinskirche vor und nach den Gottesdiensten, in der Stadtkirche, dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12.30 Uhr, in den Pfarrämtern zu den Öffnungszeiten, bei Divina Marina an der Brunnenstraße 2 und im Fotostudio Licina an der Schmidener Straße 181.

Redaktion Bad Cannstatt

Ansprechpartner
Torsten Ströbele
cannstatt@stz.zgs.de

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