15 der Sitzgelegenheiten werden im Sommer an verschiedenen Orten in Ludwigsburg aufgestellt und spenden Schatten. Das Besondere: Sie sind „made in Ludwigsburg“.
In der Therapeutischen Werkstatt auf der Karlshöhe in Ludwigsburg riecht es nach Holz. Rund sechs Wochen nach Weihnachten werden hier sogar noch Saisonprodukte wie Engel auf Vorrat produziert. „Wenn’s zwischenrein passt“, erklärt der Arbeitserzieher Georg Walz, der mit fürsorglichem Auge über seine Schützlinge wacht. Buchstützen, Insektenhotels oder Bienenbeuten sind weitere Produkte, die die Szenerie bestimmen.
Doch dieser Tage liegt der Fokus auf einem ganz besonderen Gebilde. Einem Prototyp, wie er noch nie in den Werkstätten zu finden war: ein fröhlich orangefarben leuchtender Strandkorb. 15 dieser Art sind geplant. Sie sollen in den Sommermonaten an mehreren Orten im Zentrum Ludwigsburgs aufgestellt werden – und damit den Bürgern ein ruhiges, schattiges Plätzchen zum Verweilen bieten.
Zusammenarbeit mit den Schlossfestspielen
Die Idee zu den Strandkörben kommt aus den Reihen von Lucas Reuter, Intendant und Geschäftsführer der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Anerkennend erklärt er: „Dass die Therapeutische Werkstatt der Karlshöhe unsere Strandkorb-Idee mit Europaletten entwickeln und umsetzen konnte, freut uns sehr.“ Reuter ist daran gelegen, „viel sommerliche Festspielatmosphäre in die Stadt und an die zentralen Spielstätten zu bringen“. Mithilfe des ungewöhnlichen Mobiliars, das geradezu ins Auge fallen muss, könnte das freilich gelingen.
Und so klingt auch Dankbarkeit aus den Worten, wenn Reuter betont: „Es ist wunderbar für uns und hilft uns sehr, lokale Partner wie die Karlshöhe an unserer Seite zu haben und zusammen mit der Karlshöhe Ludwigsburg als Festspielstadt gestalten und schmücken zu können.“
Karlshöhe kann eigene Sichtbarkeit steigern
Manche seien da ordentlich über sich hinausgewachsen, sagt Arbeitserzieher Georg Walz erfreut. Er weiß, dass die körperlichen Möglichkeiten seiner Klienten teilweise sehr eingegrenzt seien. „Da sind Schleifen, Hobeln und Sägen dankbare Arbeitsprozesse.“ Florian Wasserbäch war einer von etwa sechs Arbeitenden, die sich an den Strandkorb gewagt haben. Der gelernte Gärtner, so sagt er, habe Spaß an der Arbeit gehabt, die eine Mischung aus schwer und einfach für ihn darstellte. „Holz ist außerdem ein tolles Material und riecht gut!“
„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen“, sagt Frank Sautter. Als Fundraiser der Karlshöhe akquiriert er Geld- und Sachmittel sowie ehrenamtliche Unterstützung für die gemeinnützige Organisation. Es sei eine Kooperation, in der die unterschiedlichen Kunstfertigkeiten und Kompetenzen „unserer Institutionen zusammenfinden, die das internationale Klassikfestival – als Leuchtturm der Stadt Ludwigsburg – schmückt“. Bei der Karlshöhe sei man ein bisschen stolz, dass man sich an diesem schönen Ziel beteiligen und so auch die eigene Sichtbarkeit steigern könne.
Erster Einsatz erfolgt bereits am Valentinstag
Dass die Zusammenarbeit gerade im Jahr des 150-jährigen Bestehens der Diakonischen Einrichtung stattfindet, sei obendrein besonders schön: „Inklusion ist ja in aller Munde. Wir wollen sie leben“, unterstreicht Sautter und verdeutlicht, dass die Aktion helfen könne, Barrieren abzubauen und Kunst vielleicht sogar jenen Mitmenschen zugänglich zu machen, die sie sonst weniger an sich heranlassen. Dies bedeute auch, „der Arbeit einen weiteren Sinn zu geben“.
Seinen ersten Auftritt wird der Strandkorb bereits am 14. Februar auf dem Marktplatz haben. Bei einer Valentinstags-Aktion der Ludwigsburger Schlossfestspiele können sich Verliebte während des Wochenmarktes in den Strandkorb schmiegen, ein Selfie machen und an einem Gewinnspiel für ein romantisches Festspiel-Picknick teilnehmen.