Aktion „Heiß auf Lesen“ im Strohgäu Wer gut lesen kann, kann auch besser rechnen

Von Stefanie Köhler 

Worum geht es in dem Buch? Darüber plaudert ein Schüler mit Claudia Kashofer in der Münchinger Bücherei im Rahmen der Aktion „Heiß auf Lesen“. Foto: factum/Weise
Worum geht es in dem Buch? Darüber plaudert ein Schüler mit Claudia Kashofer in der Münchinger Bücherei im Rahmen der Aktion „Heiß auf Lesen“. Foto: factum/Weise

Die landesweite Aktion „Heiß auf Lesen“ ist in den vier Strohgäu-Kommunen ein Erfolg mit positiven Effekten. Mehr als 540 Schüler nehmen teil. Experten geben Tipps, wie Eltern ihre Kinder an Bücher heranführen.

Strohgäu - Heiß auf Lesen“ heißt die landesweite Aktion, die Schüler von Klasse zwei an in den Sommerferien zum Lesen und Erzählen motivieren soll. Dazu melden sich die Kinder in ihrer örtlichen Bücherei für den Leseclub an, um dann in Neuerscheinungen zu schmökern. Wer mindestens drei Bücher liest, erhält eine Urkunde, zudem gibt es eine Verlosung. Um zu prüfen, ob ein Kind ein Buch tatsächlich gelesen hat, plaudert es in der Bücherei mit einem Mitarbeiter über den Inhalt. Das Projekt zur Literatur- und Leseförderung ist ein Erfolg mit positiven Effekten – zumindest in den vier Strohgäu-Kommunen. Dort haben sich mehr als 540 Kinder angemeldet. Die meisten von ihnen lesen eifrig, einige legen ihr Buch gar nur noch weg, wenn es unbedingt sein muss.

„Es ist wichtig, dass Kinder auch in den Ferien in die Bücherei kommen und lesen – vor allem ohne Druck, wie er oft in der Schule herrscht“, meint Wiebke von der Foehr. Aus Sicht der Leiterin der Bücherei in Korntal-Münchingen (rund 160 Anmeldungen) haben Kinder schließlich gerade in den Ferien Zeit für Bücher. Bei der Aktion gehe es darum, Anreize für den Bücherei-Besuch zu schaffen und zu vermitteln, dass Lesen Freude bereitet.

Aktion spricht sich herum

Freilich erhoffen sich die Büchereien auch neue Kundschaft. „Die Teilnahme an der Aktion ist eine Möglichkeit für uns, ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben“, sagt Ulrike Born, die Leiterin in Gerlingen. Dort haben sich mehr als 170 Kinder angemeldet, ähnlich viele wie im Vorjahr, als die Bücherei erstmals an der Aktion teilgenommen hat. Auch Hemmingen ist zum zweiten Mal dabei und registriert, wie 2017, rund 50 Anmeldungen. Dagegen gab es in Ditzingen über 60 Anmeldungen mehr als im Vorjahr. „Wir bieten die Aktion dieses Jahr auch für Fünftklässler an“, begründet die Bücherei-Leiterin Stefanie Schütte die Steigerung. Zudem spreche sich die Aktion herum.

In den Büchereien ist man sich einig: Kinder profitieren von der Aktion. „Für viele ist es die Initialzündung zum flüssigen Lesen“, berichtet Wiebke von der Foehr aus Korntal-Münchingen. Die Kinder stellten fest, dass Lesen mit Übung leicht falle. Ulrike Born hört von Eltern und Lehrern Ähnliches. „Viele Kinder sind durch die Aktion richtig gut ins Lesen reingekommen“, sagt die Bücherei-Chefin aus Gerlingen. Zugleich hätten andere ihre Freude am Lesen wiederentdeckt. „Manche Kinder tun sich auch noch in der zweiten Klasse schwer mit dem Lesen.“ Eine weitere Beobachtung macht die Leiterin der Bücherei in Ditzingen, wenn Kinder von den Büchern erzählen. „Die Kinder lernen, frei zu sprechen“, sagt Stefanie Schütte. Schon während sie auf das Gespräch mit den Mitarbeitern warteten, tauschten sie sich untereinander rege über gelesene Geschichten aus.

Eltern als Vorbilder, die gerne zum Buch greifen

Lesekompetenz gilt als Schlüsselfähigkeit, die Auswirkungen auf fast alle Bereiche des Lebens hat. So können Kinder eine Matheaufgabe nur lösen, wenn sie sie lesen und den Inhalt verstehen können. „Wer Kinder an Bücher heranführen will, liest ihnen von klein auf vor“, sagt Nina Seyboth, in Hemmingen zuständig für Kinder- und Jugendveranstaltungen. Grundsätzlich müssten Eltern Vorbilder sein – und selbst gern zum Buch greifen. „Sehen Kinder ihre Eltern lesend, schafft das eine Verbindung zum Buch“, sagt Seyboth. Zum Lesen zwingen sollten Eltern ihren Nachwuchs nicht, sondern Büchermuffel vielmehr locken. „Interessiert sich ein Kind für Pferde oder Fußball, kann man es mit einem Sachbuch neugierig machen“, sagt Seyboth. Laut Wiebke von der Foehr dürfe man Kinder weder über- noch unterfordern. „Sie suchen sich aus, was ihnen gefällt. Mitunter sind das zu leichte Bücher. Deshalb sollten Eltern bei der Auswahl unterstützen.“

Kurzentschlossen
In Korntal-Münchingen, Gerlingen und Hemmingen können sich Schüler noch für das Projekt „Heiß auf Lesen“ anmelden. Das Ziel ist es, mindestens drei Bücher zu lesen. Dafür bleibt aber nur noch wenig Zeit.

Teilnahme In Korntal gibt es noch folgende Erzähltermine: 5. und 12. September von 16 bis 18 Uhr und 7. September von 11 bis 12.30 Uhr, in Münchingen am 6. September von 11 bis 12.30 Uhr und am 11. September von 16 bis 18 Uhr. In Gerlingen müssen Kinder die Bücher spätestens am 15. September abgeben. Prüfen lassen können sie sich während der Öffnungszeiten. In Hemmingen endet die Aktion am 11. September. Anmeldung, Ausleihe und Prüfung ist daher noch am 7. und 11. September möglich.

Lesen Sie jetzt