Historische Stuttgart-Bilder von Einsender Jög Beyer aus Kleinglattbach: hier die Schulstraße im Jahr 1959 Foto: Beyer

Wollten Sie schon immer mal an einer Ausstellung mitwirken? Dann bietet sich Ihnen dazu jetzt eine Chance: Das Kunstmuseum sucht historische Stuttgart-Fotos aus Privatbesitz.

Stuttgart - Das Interesse an Stadtgeschichte ist groß. Diese Erfahrung macht derzeit das Kunstmuseum am Schlossplatz. Ablesbar an Zahlen: Die Sonderausstellung „Reinhold Nägele. Chronist der Moderne“ hat seit ihrer Eröffnung am 27. Januar mehr als 33 000 Besucher angelockt – auch weil die rund 90 ausgestellten Bilder Nägeles (1884-1972) einen starken lokalen Bezug aufweisen. Sie zeigen im Schwerpunkt das Stuttgart zu Beginn des 20. Jahrhunderts – teils als Abbild der Wirklichkeit, teils als Interpretation eines sich politisch verdunkelnden Zeitalters.

Die Bilder hinterlassen bei den Betrachtern eine starke Wirkung; sie regen zum Nachdenken und Erinnern an. „Besonders die Architekturdarstellungen stoßen auf großes Interesse beim Publikum und aktivieren individuelle und kollektive Erinnerungen“, erklärt Museumssprecherin Isabel Kucher. „Das zeigt sich in vielen Gesprächen mit den Besuchern.“

Drei Termine zum Digitalisieren alter Fotos

Das Kunstmuseum nimmt dies zum Anlass, die Nägele-Ausstellung um alte Stuttgart-Fotos und biografische Erinnerungen zu ergänzen. Gesucht werden konkret Straßen- und Gebäudeansichten aus der Zeit vor den 1970er Jahren. Wer Bilder von Alt-Stuttgart besitzt und sich von der Aktion angesprochen fühlt, ist eingeladen, diese vom Museum digitalisieren zu lassen. Folgende Termine werden dafür angeboten: 10., 17., 24. April jeweils 10 – 12 Uhr im Museumsfoyer am Schlossplatz.

Aus technischen Gründen können nach Auskunft des Kunstmuseums allerdings nicht ganze Fotoalben erfasst werden. Es bittet deshalb um eine Auswahl von fünf bis zehn möglichst prägnanten Bildern. Alternativ nimmt es Fotos in möglichst guter Auflösung (300 dpi) per Mail unter der Adresse kunstvermittlung@kunstmuseum-stuttgart.de entgegen. Wer mitmacht, wird mit seinen Fotos und biografischen Erinnerungen unter Umständen selbst Teil der Ausstellung: Eine Auswahl der gescannten Fotografien wird bis 25. Mai im „Studio 11. Raum für Kunstvermittlung“ im Erdgeschoss des Kunstmuseums präsentiert und parallel dem Stadtarchiv Stuttgart zur dauerhaften Aufbewahrung übergeben. Auch die Mitwirkenden erhalten Kopien. Die Fotos selbst bleiben in privatem Besitz.

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