Diese kleinen „Sorgenwürmchen“ wurden jüngst an die Medius Klinik Kirchheim und an ehrenamtliche Krisenhelfer übergeben. Foto: DRK Ortsverein Kirchheim/Teck

Das DRK Kirchheim (Kreis Esslingen) greift einen Handarbeitstrend auf – und jeder kann bei der Herstellung der kleinen Glücksbringer mitmachen. Das steckt hinter der Aktion.

Manchmal liegt eins auf einer Bank im Park. Manchmal hängt eins an einem Strauch am Wegesrand. Die „Sorgenwürmchen“ warten nur darauf, entdeckt und mitgenommen zu werden. Ihre Mission: Die kleinen, lustigen Gestalten aus Wolle sollen dem Finder Freude und Zuversicht schenken. Dieser weltweite Häkeltrend erobert nun auch den Kreis Esslingen.

 

Freiwillige Helfer des DRK Kirchheim haben inzwischen schon mehr als 1000 „Sorgenwürmchen“ angefertigt. Allerdings wurden die wenigsten von ihnen anonym im Freien „ausgewildert“, wie es üblich ist. Sondern überwiegend gezielt ausgegeben: An Menschen, „die ein wenig Trost, ein Lächeln oder einfach ein warmes Gefühl gebrauchen können“, sagt Madeleine Sonntag vom Ortsverein.

„Ein Großteil unserer Würmle ist in der Medius Klinik Kirchheim gelandet.“ Aber auch den Einsatzkräften der Psychosozialen Notfallversorgung im Kreis Esslingen wurden bereits Hunderte kleine Glücksbringer übergeben. Die ehrenamtlichen Krisenhelfer begleiten Menschen, wenn diese durch plötzlich eintretende Not- und Unglücksfälle aus der Normalität ihres Lebens herausgerissen werden. Die „Sorgenwürmchen“ sollen laut Madeleine Sonntag „bei diesen Einsätzen ihren Weg zu Betroffenen finden“.

Erste Häkelaktion stieß auf große Resonanz

Die Aktion „Worry Worms“ ist ein Trend, der ursprünglich wohl aus England stammt und sich seit zwei, drei Jahren über Facebook-Gruppen weltweit verbreitet. Im vergangenen Sommer habe die Abteilung Sozialarbeit des DRK Kirchheim im kleinen Kreis einen ersten Häkelversuch gestartet, berichtet Madeleine Sonntag. Eine Handvoll ehrenamtlicher Helferinnen habe Anleitungen ausprobiert und „tolle Würmelskreationen“ erarbeitet.

Bunte Maschen gegen den Kummer: Die „Sorgenwürmchen“ sollen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Foto: DRK Kirchheim/Teck

„Der eigentliche Start unserer Aktion war dann Ende Oktober.“ Da hatte die DRK-Sozialarbeit Interessierte zu einem Handarbeitsabend eingeladen. Die Resonanz war überwältigend: „Der Raum füllte sich mehr und mehr und wir mussten sogar noch zusätzliche Stühle an den Tisch stellen“, erzählt Madeleine Sonntag. 19 Frauen verschiedenen Alters waren gekommen – und häkeln seither mit Begeisterung weiter. Denn wer einmal mit einem Talisman anfängt, legt die Nadeln nicht mehr so schnell wieder aus der Hand.

Glücksbringer übermitteln Gruß in Reimform

„Aktuell sind wir bei etwa 1350 fertiggestellten Sorgenwürmchen.“ Madeleine Sonntag kann die Zahl anhand der bestellten Köpfe beziffern: 1679 Holzperlen mit einem fröhlichen Gesicht hat der Ortsverein gekauft – auf eigene Kosten, räumt sie ein. „Außer ausreichend Wollresten aus unseren privaten Beständen haben wir für die Aktion noch keine Spenden erhalten.“

Damit noch viele weitere, kleine Glücksbringer entstehen können, wird am Mittwoch, 22. April, um 17 Uhr zum nächsten Häkelabend im DRK-Seniorenzentrum Fickerstift in Kirchheim eingeladen. Freiwillige Helfer seien dazu willkommen, betont Madeleine Sonntag. „Wir freuen uns auch über die, die weder häkeln noch stricken können.“ Jeder könne sich einbringen, denn einige fertige „Sorgenwürmchen“ lägen schon bereit und wollen buchstäblich „eingetütet“ werden: Den kleinen Gesellen wird noch ein schriftlicher Gruß an den Finder beigelegt. Auf Zetteln stehen aufmunternde Reime.

Wer an der nächsten Häkelaktion teilnehmen möchte, sollte sich per Mail anmelden: sozialarbeit@drk-kirchheim.de