Teilnehmer der Urban-Future-Konferenz diskutieren mit Stuttgartern an einer langen Tafel auf der Tübinger Straße bei einem Menü aus geretteten Lebensmitteln. Die Straße bleibt mindestens drei Tage lang gesperrt.
Mehr als 70 Meter soll die Tafel lang werden und 200 Gästen Platz bieten. Stehen wird sie während der Urban-Future-Konferenz drei Tage lang zwischen Paulinenbrücke und Marienkirche auf der Tübinger Straße. Die Bürgerstiftung Stuttgart will mit der Aktion die vielfältigen Themen der Konferenz rund um die Zukunft der Stadt im Wortsinn auf die Straße tragen. Höhepunkt der langen Festtafel wird ein Abendessen am 21. Juni sein, zu dem die Bürgerstiftung und das Team der Initiative Supp-Optimal rund 100 bis 150 Teilnehmer der Urban-Future-Konferenz einladen, um mit Stuttgarter Bürgern unter freiem Himmel über die Stadt der Zukunft zu diskutieren. Vergangene Woche hat die Bürgerstiftung das Projekt dem Bezirksbeirat in Stuttgart-Süd vorgestellt.
Gemeinschaftliches öffentliches Essen und dabei Lebensmittel retten
Bei dem sogenannten Food Rescue Dinner werde für die Gäste ein Vier-Gänge-Menü aus geretteten Lebensmitteln gekocht. „Wir bringen damit die Idee des gemeinschaftlichen öffentlichen Essens und das Thema Lebensmittelrettung zusammen“, so Irene Armbruster, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Stuttgart.
„Das Menü werden die Profiköche Julian Schaber und Ashwin Joseph unter Mithilfe von Jugendlichen in einer offenen Küche vor der Marienkirche zubereiten“, so Supp-Optimal-Projektleiterin Andrea Laux. Gekocht werde vegetarisch. „Es ist ein Dinner auf Spendenbasis“, erklärt Laux. Die Spenden, die dabei gesammelt werden, sollen dem Supp-Optimal-Projekt „Essen für alle“ zugutekommen. Bei dem Projekt werden Menschen, die in prekären Verhältnissen leben, dezentral in der Stadt mit warmen Mahlzeiten versorgt.
Organisiert werden die geretteten Lebensmittel für das große Menü an der langen Tafel von Harry Pfau, der seit 2020 vor der Kirche St. Maria in Stuttgart-Süd gerettete Lebensmittel verteilt. Wie Laux betont, werden während der Aktion in einer Lounge auch Bedürftige versorgt. Ansonsten muss sich, wer am Mittwoch, 21. Juni, beim Essen an der Tafel Platz nehmen und mitdiskutieren will, zuvor bei der Bürgerstiftung Stuttgart anmelden.
Auch an den beiden Folgetagen, 22. und 23. Juni, wird die Tafel während der Urban-Future-Konferenz auf der Tübinger Straße stehen bleiben. „Am Freitagmorgen soll es Kaffee und Frühstück geben“, so Laux. Die Tische können, nach Auskunft der Bürgerstiftung, zeitweise auch von anderen bürgerschaftlichen Gruppen, Initiativen oder Vereinen, die ebenfalls an der Zukunft des Stadtlebens interessiert sind und darüber diskutieren wollen, genutzt werden.
Die gute Botschaft in die Stadtgesellschaft tragen
Wie die Bürgerstiftung erklärt, sollen während der drei Tage zudem einige ausgewählte Teilnehmer der Konferenz an der Tafel öffentlich sprechen. Unter anderem erwarten die Organisatoren die Australierin Ronni Kahn, die die Initiative OzHarvest gegründet hat. OzHarvest setzt sich seit 2004 für die Rettung von Lebensmitteln ein.
Das genaue Programm und der Zeitplan der einzelnen Veranstaltungen der Festtafel stehen nach Auskunft der Bürgerstiftung zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. „Stuttgart möchte Foodsharing-Stadt sein“, sagt Laux. „Mit dieser Aktion tragen wir die gute Botschaft in die Stadtgesellschaft.“
Die Tübinger Straße wird, während die Tafel steht, für den Autoverkehr gesperrt bleiben. Radfahrer und Einsatzkräfte sollen die Straße aber weiterhin befahren können.