111 in rot-weißes Flatterband gehüllte Puppen standen am Samstag auf dem Kleinen Schlossplatz in Stuttgart. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Am Samstag bevölkerten 111 rot-weiße Puppen den Kleinen Schlossplatz in der Stuttgarter City. Was hinter dieser Aktion des Bonner Künstlers Dennis Josef Meseg steckt, verraten wir hier.

Stuttgart-Mitte - Wer am Samstag durch die Stadt bummelte und am Kleinen Schlossplatz vorbeikam, hat sich wohl gefragt, was es mit den unzähligen rot-weißen Schaufensterpuppen auf sich hatte. Hier kommt die Auflösung.

Hinter der Installation steckt der Bonner Künstler Dennis Josef Meseg. Er tourt mit seinen insgesamt 111 Puppen, die in rot-weißes Flatterband eingehüllt sind, durch Deutschland und will diese Aktion mit dem Titel „It is like it is“ als Corona-Mahnmal verstanden wissen.

„Die Installation „It is like it is“ macht das Unfassbare fassbar. Schaufensterpuppen, zu Beginn des Jahres noch in den Auslagen der Geschäfte die überbordende Fülle lebensbejahender, bunter Kleidung präsentierend, stehen nun einförmig beieinander, nur noch unterscheidbar in ihrer Körpergröße und umgeben von einer Aura der Hoffnungslosigkeit“, steht auf seiner Homepage geschrieben.

Rot-weißes Flatterband steht für Trennung

Das rot-weiße Flatterband soll demnach die Trennung, die das eingeschränkte Leben sowie die notwendige Beschneidung der Grundrechte in Corona-Zeiten mit sich bringen, symbolisieren. „Eine vertraute Gemeinschaft wird aufgelöst in eine Herde aus Individuen, alle separiert, und ein jeder sich sehnend nach vertrauter Nähe“.

Meseg will mit seiner Aktion den hohen Stellenwert der Kunst hervorheben: Kunst verbinde, wo keine Verbindung mehr besteht, Kunst stärke die Zuversicht.

Der Künstler hat seine Puppen mittlerweile wieder zusammengepackt, am Sonntag steht das Kunstwerk bereits in Berlin.

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