Ausblick auf die Börsenwoche: US-Präsident Donald Trump hält die Aktienmärkte in Atem – und könnte damit viele Anleger auch hierzulande in die Flucht schlagen, meint unser Autor.
Dass allein ein Mann, wenngleich US-Präsident, die Börsenkurse auf eine wilde Achterbahnfahrt schicken kann, hat es so noch nie gegeben. Die Anleger vor allem in den USA, aber auch in Europa sind zunehmend Donald Trumps Willkür ausgeliefert. Müssen sie, statt tiefgründige Bewertungen der Analysten zu lesen, künftig vor allem dessen Nachrichten auf der Plattform Truth Social verfolgen, um angemessen zu investieren? Oder werden sich die Märkte an das Chaos gewöhnen und irgendwann gelassener reagieren? In Deutschland droht jedenfalls eine tiefgreifende Verunsicherung unter den Kleinanlegern und eine schwere Beschädigung der gerade erst wiederbelebten Aktienkultur.
Seit Trumps Machtübernahme ist der Dollar auf Talfahrt
Es geht hier nicht um singuläre Vorgänge. Vielmehr kollabiert gerade der Wert des US-Dollars – seitdem Trump an der Macht ist, befindet er sich auf Talfahrt. Der Euro hat mit einem Stand von 1,14 Dollar das Niveau von Februar 2022 erreicht. Analysten halten dies wegen der jahrelangen Überbewertung des Dollars für eine notwendige Korrektur. Doch geht mit steigender Inflation bei exorbitanter Verschuldung der USA auch immer mehr Vertrauen in die bisherige Leitwährung verloren. Wer – eventuell auch über Fonds oder ETFs – in US-Aktien investiert ist, muss mit Wertverlusten rechnen. Umgekehrt können Anleger in Euro beim Neuerwerb von US-Aktien von der höheren Kaufkraft profitieren.
Viel Arbeit für die Notenbanken in den USA und Europa: Die Commerzbank-Analysten erwarten nunmehr für dieses Jahr von der Fed drei Zinssenkungen im Quartalsrhythmus – und auch drei weitere Leitzinssenkungen in Europa um jeweils 25 Basispunkte. Schon in dieser Woche, am Gründonnerstag, werde die EZB „mit ziemlicher Sicherheit“ die Zinsen erneut senken, heißt es – zum siebten Mal in Folge auf einen Einlagensatz von dann 2,25 Prozent.