Der Kurs zeigte in den vergangenen Wochen steil nach oben. Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Ausblick auf die Börsenwoche: Die Jahresendrallye des Dax ist womöglich noch nicht zu Ende. Doch die Luft wird zum Jahreswechsel hin immer dünner.

Geht dem Dax nach einer atemberaubenden Woche mit sieben Gewinntagen hintereinander nun die Puste aus? Mit einem Anstieg um rund 1000 Punkte oder annähernd fünf Prozent binnen einer Woche hat er nicht nur die Marke von 20 000 Punkten übertroffen, sondern wohl selbst die Erwartungen derer, die auf einen Jahresschlussspurt gehofft hatten. Von relativ wenigen Werten angetrieben hat der Leitindex sein Plus binnen eines Jahres auf etwa 23 Prozent ausgebaut. Über einen Zeitraum von drei Jahren sind es sogar 56 Prozent – und zwar trotz der Folgen des Ukraine-Kriegs.

 

„Völlig unerwartet und schwer nachvollziehbar“

Von einer „in dieser Dynamik völlig unerwarteten und unter fundamentalen Gesichtspunkten schwer nachvollziehbaren Jahresendrallye“ sprechen die LBBW-Analysten. Allerdings ließen Indikatoren baldige Gewinnmitnahmen erwarten. „Das könnte dann einen schwachen Start ins neue Jahr bedeuten.“ Übersetzt heißt das: Bloß nicht übermütig werden!

Womöglich wird es schon in dieser Woche unruhig, wenn im großen Stil Gewinne realisiert werden. Als zentrales Ereignis steht am Mittwoch die Bekanntgabe der neuen US-Inflationszahlen für November an – wichtig auch mit Blick auf die Fed-Sitzung in der übernächsten Woche. Möglich, dass die US-Notenbank am 18. Dezember die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte senkt.

Leitzinssenkung um 25 Punkte allseits erwartet

Schon am 12. Dezember tagt die Europäische Zentralbank. Eine Vielzahl von Börsenfachleuten zeigt sich zuversichtlich, dass die Leitzinsen um eben diese 25 Basispunkte gesenkt werden. Trotz der etwas höheren Inflationsrate im November seien die Preise in den vergangenen Monaten schwächer gestiegen als von der EZB erwartet – ferner rechneten deren Ratsmitglieder mit einem Erreichen des EZB-Inflationsziels von zwei Prozent in der ersten Jahreshälfte 2025, heißt es zur Begründung von der Commerzbank. Hinzu kommen – Zölle-Liebhaber Donald Trump lässt grüßen – Sorgen über das Wirtschaftswachstum. Die EZB dürfte weiterhin auf Sicht fahren: Ein größerer Zinsschritt wird ebenso wenig erwartet wie die Andeutung weiterer Absenkungen.