Ein wenig vorweihnachtlicher Glanz bei Porsche in Zuffenhausen – hinter den Fassaden und bei den Aktionären herrscht weniger festliche Stimmung. Foto: Schiermeyer

Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Der Sportwagenbauer hofft mit einem neuen Sparpaket auf die Wende. Diese könnte auch an den Aktienmärkten gelingen, meint unser Autor.

Dass Porsche bewegte Tage erlebt, ist offensichtlich. Mit dem der Belegschaft ansatzweise vorgestellten neuen Sparpaket geht der Blick direkt ins neue Jahr. Dies berührt auch die Aktie, die seit ihrem Höchststand Ende Mai 2023 von gut 120 Euro einen langen Verfall erlebt hat und aus dem Leitindex Dax geflogen ist. Nach ihrem Tiefstand unter 40 Euro am 26. Juni dieses Jahres hat jedoch eine Erholung eingesetzt, sodass die Aktie aktuell bei gut 47 Euro notiert und 2026 in einen stabilen Aufwärtssog geraten könnte.

 

„Verbrenner-Aus-Aus“ könnte Autowerte stabilisieren

Die Zuversicht, dass trotz aller Hindernisse – wie dem China-Geschäft oder den US-Zöllen – der Turnaround gelingt, erscheint nicht abwegig. Sie basiert vor allem auf der Modelloffensive – etwa mit dem runderneuerten Cayenne, der als Verbrenner und Plug-in-Hybrid gut ankommt. Ferner sollen die Arbeitskosten, wie erwähnt, massiv gedrückt werden. Vor allem aber folgt mit Michael Leiters im Januar ein Luxus- und Sportwagenexperte an der Spitze, der sich nicht noch um VW kümmern muss. Porsche will sich nicht mehr nur auf Elektro konzentrieren; somit könnte sich die anstehende Verkündung des „Verbrenner-Aus-Aus“ in der EU nicht nur auf diesen Autowert positiv auswirken.

Insgesamt spricht Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, von einem „robusten Ausblick für die Börsen“. Zweifel an den Aktienmärkten, die nachhaltige Gewinnmitnahmen oder sogar einen Einbruch nahelegten, hält er für „ungerechtfertigt“. Nach Handels- und KI-Ängsten habe sich der Markt ein dickes Fell zugelegt. Zur „Aufhübschung der Jahres-Performance“ würden zudem eher Aktien-skeptische Vermögensverwalter unter Zugzwang geraten, ihre Engagements hochzufahren – was aus Halvers Sicht für die vielfach diskutierte Jahresendrallye an den Börsen spricht.

Wie urteilt der Oberste Gerichtshof zu Trumps Zöllen?

In dieser Woche steht vor allem die Europäische Zentralbank im Fokus. Nachdem die US-Notenbank den Leitzins gesenkt hat, dürfte die EZB am Donnerstag die Füße stillhalten, wie die Experten erwarten. Zudem werden diverse makroökonomische Daten veröffentlicht. Der Wochenausklang könnte es in sich haben, sofern der Oberste Gerichtshof der USA dann sein Urteil zu Donald Trumps „reziproken“ Zöllen verkündet.