Nach der jüngsten Rekordrally im Dax mit Kursen über 22 600 Punkten sollten Anleger auf der Hut sein. Foto: AFP/DANIEL ROLAND

Ausblick auf die Börsenwoche: Der Dax eilt von Rekord zu Rekord – doch die jüngste Rally mahnt die Anleger zur Vorsicht, kommentiert unser Autor Jonas Schöll.

Ist das erst der Beginn oder schon das Ende einer deutschen Börsenparty? Während den Aktien der Teslas und Nvidias dieser Welt die Puste ausgeht, sind die Papiere deutscher Firmen wie SAP, Siemens und Co. gerade gefragt an der Börse. Eine „Wiedergeburt deutscher Aktienmärkte“, diagnostiziert der Finanzmarktexperte Robert Halver. „Sie strahlen wie nie zuvor. Sie lassen die amerikanische Konkurrenz sogar hinter sich“, schwärmt der Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank.

 

Tatsächlich lenken Investoren seit einiger Zeit ihren Fokus stärker auf europäische Papiere, weil sie im Vergleich zu den heiß gelaufenen US-Aktien als günstiger bewertet gelten und zudem das Zinsumfeld in der Eurozone vorteilhafter ist. Zuletzt hat die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine eine Rekordrally im Dax mit Kursen über 22 600 Punkten ausgelöst. Immer mehr Anleger gingen in den Aktienmarkt hinein – aus Furcht eine weiter laufende Rally zu verpassen. Doch in der kommenden Woche sollten Anleger auf der Hut sein. Das deutsche Leitbarometer gilt nach einem Zuwachs von mehr als 13 Prozent seit Jahresanfang inzwischen als heiß gelaufen. Eine Korrektur der jüngsten Gewinne wäre Experten zufolge keine Überraschung. Investoren haben die Zoll-Drohungen aus den USA zuletzt gelassen zur Kenntnis genommen. Doch das Risiko eines offenen Handelskriegs wirft einen dunklen Schatten auf die Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum.

Dax-Rally mahnt die Anleger zur Vorsicht

Am Montag muss der Dax ohne Orientierung aus den USA auskommen. Die Wall Street bleibt wegen eines Feiertages geschlossen. Am Dienstag richtet sich der Blick auf die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland. Einige Firmen veröffentlichen ihre Zahlen – am Donnerstag der Autobauer Mercedes-Benz. Stimmungsdaten aus der Industrie sowie dem Dienstleistungssektor der USA und der Eurozone bestimmen am Freitag die Konjunkturagenda.