Die Feuerwehr steckt das Rad in dessen eigene Anhängerbox. Foto: 7aktuell/Andreas Werner

Die Feuerwehr weiß, wie schnell es gesundheitsgefährdend wird, wenn ein Akku zu qualmen beginnt.

Stuttgart - Ein nicht alltäglicher Einsatz der Feuerwehr am Montag hat für Pedelec-Nutzer viele Fragen aufgeworfen. Die Wehrleute mussten zu einem Fahrradgeschäft an der Olgastraße, weil dort der Akku eines Lastenrads im Lagerraum vermutlich aufgrund eines technischen Defekts plötzlich gequalmt hatte. Spektakulär war die Bekämpfungsmethode allemal: Die Einsatzkräfte füllten kurzerhand die Anhängerbox des Lastenrades, montierten den Fahrradteil ab und steckten diesen in die mit Löschwasser gefüllte Box.

 

Die Feuerwehr findet eine schnelle und unkonventionelle Lösung

Das Wasser wurde zum Kühlen benutzt. Denn defekte Akkus erhitzen sich stark. Das könne zu Reaktionen führen, die schädliche Stoffe freisetzen: „Durch die Hitze wird eine Zelle nach der anderen zum Brennen angeregt“, erläutert Michael Czech von der Abteilung Vorbeugender Brandschutz der Stuttgarter Berufsfeuerwehr.

Er rät jedoch im Zweifelsfall von Versuchen ab, einen qualmenden, zischenden oder sich erhitzenden Akku in der heimischen Badewanne kühlen zu wollen. Zum einen dauere es zu lange, die ausreichende Menge Wasser einlaufen zu lassen. Das sei vor allem deswegen ein Problem, weil schon sehr früh giftige Dämpfe auftreten können, wenn der Akku anfängt zu brennen.

So schnell wie möglich an die frische Luft

Sollte das passieren, rät der Fachmann dazu, das Fahrrad oder den zum Laden herausgenommenen als Allererstes vom Ladenetz zu trennen. „Wenn es gefahrlos möglich ist, sollte man das Rad ins Freie bringen“, rät Czech. Aber auch hier gelte, sich in erster Linie vor den austretenden Dämpfen zu schützen. „Wenn Rauch austritt oder erhöhte Temperaturen auftreten, immer die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmieren“, fügt er hinzu. Dann solle man das Gebäude verlassen und andere Personen im Haus, die durch die Dämpfe gefährdet sein könnten, ebenfalls mit in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr könne die Räume dann später entlüften. Das sei sicherer, als unnötig lange in der Nähe des dampfenden Akkus zu bleiben. Von Löschversuchen mit einem Feuerlöscher rät der Experte ebenfalls aufgrund der Dämpfe und Rauchgase ab.

Die richtige Handhabung verringert das Risiko

Das Risiko eines Akkubrandes könne man verringern, wenn man sich beim Laden und Benutzen an die Angaben der Hersteller halte. Dazu zähle, dass die Akkus meistens bei einer Umgebungstemperatur von 10 bis 20 Grad Celsius geladen werden sollen – auch hier solle man aber auf jeden Fall die für das eigene Modell empfohlenen Hinweise der Anleitung beachten. Auch helfe es, die Akkus vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Akkus, die beschädigt sind, solle man auf keinen Fall benutzen, sondern von einer Fachfirma prüfen lassen und im Zweifelsfall besser ersetzen.