Das Denkmal für die Opfer der beiden Weltkriege erstrahlt an neuem Standort in neuem Glanz. Foto: Stadt Aichtal

Das Kleinod wurde auf dem Friedhof in Aichtal-Grötzingen (Kreis Esslingen) originalgetreu wiederaufgebaut. Doch ein Detail fehlt. Das ist der Grund.

Gut 100 Jahre hatte das Kriegerdenkmal im Aichtaler Stadtteil Grötzingen seinen festen Platz an der Hindenburgstraße. Bis es vor wenigen Wochen abgebaut wurde. Inzwischen steht das Kleinod, das jüngst in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgenommen wurde, frisch gereinigt auf dem örtlichen Friedhof. „Es erstrahlt in neuem Glanz, bleibt dabei aber seinem historischen Charakter treu“, sagt Bürgermeister Sebastian Kurz.

 

Der neue Standort wurde vom Gemeinderat bewusst gewählt, um dem Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege einen angemesseneren Rahmen zu geben. „Die stark befahrene Hindenburgstraße ließ kaum Raum für stilles Innehalten“, erläutert Kurz. Er findet: „Auf dem Friedhof hat das Denkmal nun jenen würdevollen Platz, den es verdient.“

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Auflage des Denkmalschutzes erfüllt

Die zentrale Figur – ein Soldat im Arm seiner trauernden Mutter – wurde ebenso behutsam aufbereitet wie der Sockel mit den Namen von 38 Grötzingern, die zwischen 1914 und 1918 gefallen oder wenig später kriegsversehrt verstorben sind. Der detailgetreue Wiederaufbau war eine Auflage des Denkmalschutzes – und dennoch fehlt ein Detail auf der rechten Seite des Bauwerks: eine Kugel mit Kreuz. Der Grund dafür ist laut Kurz, dass ein bereits vor dem Abbau festgestellter Schaden derzeit von Steinmetzen restauriert wird. Sobald diese Arbeit fertig ist, kommt die Kugel zurück an ihren angestammten Platz.

Ort des Erinnerns und Innehaltens schaffen

In den nächsten Wochen sollen auch die später hinzugefügten Gedenktafeln mit den Namen der Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem Friedhof aufgestellt werden, kündigt der Bürgermeister an. „Damit entsteht wieder das vollständige, vertraute Ensemble.“ Eine Landschaftsarchitektin sei damit beauftragt worden, die Fläche rund um das Denkmal mit einer Bepflanzung zu gestalten. „Ziel ist es, einen ruhigen, einladenden Ort des Erinnerns und Innehaltens zu schaffen“, betont Kurz.

 Auch der bisherige Standort des Denkmals an der Hindenburgstraße wird städtebaulich aufgewertet. Dort soll im ersten Quartal des kommenden Jahres eine öffentlich nutzbare Grün- und Aufenthaltsfläche entstehen, teilt Kurz mit.