Agrarminister Für den Tierschutz können alle etwas tun

Von SIR/dpa 

Tierschutz ist in aller Munde. Um etwas gegen Massentierhaltung zu tun, sollten die Verbraucher tiefer in den Geldbeutel greifen, so Agrarminister Schmidt. Foto: dpa
Tierschutz ist in aller Munde. Um etwas gegen Massentierhaltung zu tun, sollten die Verbraucher tiefer in den Geldbeutel greifen, so Agrarminister Schmidt. Foto: dpa

Massentierhaltung geht allen gegen den Strich. Im Rahmen des Landwirtschaftlichen Hauptfestes in Stuttgart hat der Bundesagrarminister an die Verbraucher appelliert, den Tierschutz ernst zu nehmen und mehr für Lebendmittel zu bezahlen. Die Landwirte setzen auf Freiwilligkeit.

Massentierhaltung geht allen gegen den Strich. Im Rahmen des Landwirtschaftlichen Hauptfestes in Stuttgart hat der Bundesagrarminister an die Verbraucher appelliert, den Tierschutz ernst zu nehmen und mehr für Lebendmittel zu bezahlen. Die Landwirte setzen auf Freiwilligkeit.

Stuttgart - Angesichts der zunehmenden Kritik an de Massentierhaltung hat Bundeslandwirtschfatsminister Christian Schmidt (CSU) an die Kunden appelliert, höhere Preise für entsprechend höherwertige erzeugte Lebensmittel zu zahlen. Auch der Verbraucher müsse sein Scherflein dazu beitragen, sagte Schmidt am 2. Oktober beim traditionellen Bauerntag auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart. Nur gemeinsam könne eine entsprechende Initiative für eine Verbesserung des Tierwohls erfolgreich sein. Dies gehe nur, wenn man den Landwirten die wirtschaftliche Grundlage nicht wegnehme. Hier sei auch der Handel gefordert.

Landesbauernpräsident Joachim Rukwied sagte, für ein Kilogramm Schwein erhalte der Landwirt aktuell 1,40 Euro. „So kann man kostendeckend keine Schweine produzieren.“ Jeder Bauer solle beim Thema mehr Tierwohl frei entscheiden können. Entsprechende Leistungen müssten auch honoriert werden, sonst funktioniere das nicht. Schmidt will auf freiwilliger Basis mehr Tierschutz in den Ställen durchsetzen. Gibt es innerhalb von zwei Jahren keine Fortschritte mit freiwilligen Vereinbarungen, sollen gesetzliche Regelungen kommen.

Preisverfall bei landwirtschaftlichen Produkten

Rukwied, der zugleich Präsident des Bundesbauernverbands ist, beklagte zugleich den starken Preisverfall bei landwirtschaftlichen Produkten. Die Märkte seien unter Druck, Neben sinkenden Schweinepreisen gehe auch der Milchpreis zurück. Aktuell bekommt der Landwirt zwischen 33 Cent und 34 Cent pro Liter, wie ein Sprecher von Schmidt erläuterte. Er glaube, dass der Preis wieder steige, sagte der Bundeslandwirtschaftsminister. Er wolle sich für neue Absatzmärkte stark machen. So sei Magermilchpulver in China gefragt. Hier konkurriere Deutschland aber mit Neuseeland. Mit Blick auf das russische Importverbot für Obst und Gemüse aus der EU sieht der CSU-Politiker weiterhin eine angespannte Situation. „Wir sind noch nicht über den Berg.“ Er forderte die Länder auf, die Schulobstprogramme auszubauen. Rukwied sagte, die Landwirtschaft leide sehr unter den Strafmaßnahmen, die Russland als Reaktion auf EU- und US-Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise verhängt hatte.

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Grüne) hob hervor, dass die Bauern im Südwesten von den neuen EU-Förderprogrammen besonders profitierten. „Europa gibt mehr, das Land gibt mehr, der Bund ist etwas knickrig.“

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