Die Stuttgarter Taxibranche kämpft seit Jahren mit Problemen. Jetzt löst ein Vorfall neue Diskussionen aus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Ein Taxifahrer soll eine junge Frau in die falsche Richtung gefahren, beleidigt, angegriffen und nachts aus dem Auto geworfen haben. Wenn sich das bestätigt, hat ein einzelnes schwarzes Schaf einer ganzen Branche geschadet.

Stuttgart - Den Ratschlag kennt praktisch jeder, vor allem Frauen: Wer spätnachts alleine unterwegs ist und sich nicht so recht wohl fühlt, soll am besten ein Taxi nehmen. Ein Fortbewegungsmittel, das einen sicher bis vor die eigene Haustür bringt. Unbelästigt und unbehelligt. Zuverlässig und schnell. Nicht ganz günstig zwar, aber der Komfort hat eben seinen Preis.

Wenn ein einzelnes schwarzes Schaf diese eherne Regel nun ins Wanken bringt, kann das verheerende Folgen haben. Der bisher unbekannte Taxifahrer, der eine junge Frau in die falsche Richtung gefahren, beleidigt, angegriffen und schließlich aus dem Auto geworfen haben soll, sendet an alle Frauen ein schlimmes Signal aus: Schau dir ganz genau an, zu wem du da in den Wagen steigst, und rechne stets mit dem Schlimmsten.

Das erschüttert das Grundvertrauen in eine Branche, die zwar mit Problemen zu kämpfen hat, aber normalerweise nicht durch solche Vorfälle im Rampenlicht steht. Übel ist der Vorfall deshalb nicht nur für die betroffene Frau und alle, die sich jetzt beim Taxifahren nicht mehr ganz sicher fühlen, sondern auch für die Branche selbst. Das schwarze Schaf hat vielen Kollegen, die anständig und freundlich hinterm Steuer sitzen, einen Bärendienst erwiesen. Bleibt nur zu hoffen, dass es bald aus dem Verkehr gezogen wird.

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juergen.bock@stuttgarter-nachrichten.de

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