Die Zahlen, die Christine Käferle, die Leiterin der Waiblinger Arbeitsagentur, zurzeit verkünden muss, sind keine guten. Foto: Gottfried Stoppel

Die Arbeitslosenquote im Rems-Murr-Kreis liegt mittlerweile bei 4,2 Prozent. Doch ohne die Option Kurzarbeit wäre es wohl noch viel schlimmer gekommen.

Rems-Murr-Kreis - Die Corona-Pandemie hat bereits deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt im Rems-Murr-Kreis hinterlassen. Laut der Waiblinger Agentur für Arbeit Ist die Zahl der Arbeitslosen im April um 1628 auf 10 013 gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Punkte auf 4,2 Prozent. Das sei zu erwarten gewesen, sagt die Leiterin der Agentur, Christine Käferle. Allerdings habe die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit einen noch höheren Anstieg verhindert.

Der Wert ist so hoch, wie zuletzt im August vor neun Jahren. Im April 2009 lag die Quote bei 4,8 Prozent – allerdings habe man sich damals mitten in der Wirtschaftskrise befunden, betont die Arbeitsagenturchefin Käferle. Derzeit liegt der Rems-Murr-Kreis indes auch um 0,2 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt, der mit 4,0 Prozent angegeben wird und um 0,6 Punkte angestiegen ist.

Auch Kleinstunternehmer beantragen Kurzarbeit

Die Kurzarbeit ist zurzeit offenkundig das probate Mittel vieler Unternehmer, um Entlassungen zu vermeiden. Während in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 vor allem mittlere und große Industrieunternehmen betroffen waren, meldeten zurzeit fast alle Branchen und auch Kleinstunternehmer wie Friseure, Gastronomen oder Messebauer Kurzarbeit an. Seit März seien bei der Waiblinger Arbeitsagentur 3864 Anträge auf sogenanntes konjunkturelles Kurzarbeitergeld (KUG) eingegangen, das in Verbindung mit der Corona-Pandemie stehen dürfte. Die Zahl der Beschäftigten, die voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind, liege bei 54 000, so die Arbeitsagentur. Im kompletten Jahr 2009 waren es insgesamt 1049 Anträge mit rund 22 300 betroffenen Arbeitnehmern.

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