Afrikanische Schweinepest Was passiert im Seuchenfall?

Von red/dpa 

Vor allem Wildschweine sind gefährdet. Foto: dpa
Vor allem Wildschweine sind gefährdet. Foto: dpa

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist nah an Deutschland herangekommen. Deutsche Behörden haben sich auf ein mögliches Eintreffen der Erreger vorbereitet.

Greifswald-Insel Riems - Sollte die Afrikanische Schweinepest in Deutschland auftauchen, werden entsprechende Krisenstäbe gebildet. Zudem arbeiten Bund und Länder in geplanten Strukturen eng zusammen. Bei Ausbrüchen in Schweinehaltungen sind vor allem die Tötung der betroffenen Bestände und Sperrbezirke vorgesehen.

Wahrscheinlicher ist zunächst ein Ausbruch der Seuche bei Wildschweinen. Dabei hat sich das Vorgehen Tschechiens nach Angaben des zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) als effektiv erwiesen. Es beruht auf einem Ringsystem und gilt bedingt als „Blaupause“ für Deutschland. In Tschechien trat die Seuche im Juni 2017 erstmals auf, seit April 2018 gibt es dort keine neuen Fälle.

Der Deutsche Jagdverband und das FLI haben einen Katalog für unterschiedliche Szenarien bei Wildschweinen (Land, Stadt, viele Schweineställe) entwickelt. Grundsätzlich sind dabei drei Zonen um den Fundort geplant: ein Kerngebiet von etwa 200 Hektar um den Fundort des Tieres, einen gefährdeten Bezirk von etwa 100 000 Hektar und eine Pufferzone von etwa 1,2 Millionen Hektar.

Kerngebiet: Um zu vermeiden, dass infizierte Tiere aus dem Kerngebiet auswandern und die Seuche verbreiten, gilt dort ein striktes Jagdverbot. Um das Gebiet wird ein Zaun - bestehend aus einem elektrischen Flatterband mit einem Vergrämungsmittel - errichtet, um kranke und auch symptomfreie Wildschweine im Gebiet zu halten und so die Durchseuchung zu ermöglichen. Jäger suchen mit Hunden das Gebiet nach toten Wildschweinen ab.

Gefährdeter Bezirk: In diesem Gebiet wird intensiv gejagt, um die Wildschweindichte deutlich zu reduzieren. Helfer suchen nach Kadavern und damit möglichen Infektionsquellen. Überreste von toten Wildschweinen aus der Kernzone und dem gefährdeten Bezirk werden in gesonderten Kadavertonnen entsorgt.

Pufferzone: Erhöhter Jagddruck mit Drückjagden, gegebenenfalls mit Hubschraubern, Drohnen und Wärmebildkameras zum Aufspüren von Rotten. Im gefährdeten Bezirk und der Pufferzone werden geltende Jagdregeln wie die Einhaltung von Schonzeiten außer Kraft gesetzt.

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