Unter Druck: AfD-Bundestagsfraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland. Die Großspende aus der Schweiz sollte Weidels Bundestagswahlkampf unterstützen. Foto: dpa

Die AfD muss ihre Affäre um die Großspende schnell und lückenlos aufklären, kommentiert Willi Reiners.

Stuttgart - Die AfD ist eine vergleichsweise junge Partei. Ihre Strukturen sind noch nicht so gefestigt, wie man das von anderen Parteien kennt. Hinzu kommt, dass es eine hohe Personalfluktuation auf wichtigen Posten gab und gibt, was einer Professionalisierung nicht unbedingt förderlich sein muss. All dies könnte erklären, warum der AfD im Umgang mit der hohen Parteispende aus der Schweiz offenbar schwere Fehler unterlaufen sind.

Die AfD muss sich an ihren hohen Ansprüchen messen lassen

Andererseits ist festzustellen, dass die Partei nun wirklich nicht zum ersten Mal in arge Erklärungsnöte gerät, weil sie finanzielle Unterstützung aus dubiosen Quellen erhalten und angenommen hat. Da fällt es schwer, den Hinweis auf die Unerfahrenheit erneut gelten zu lassen. Außerdem: Die AfD ist nach ihrem eigenem Selbstverständnis angetreten, es besser zu machen als die anderen Parteien, denen sie oft genug Selbstbereicherung am politischen System vorgehalten hat. Wer solch große Töne spuckt, muss sich daran auch messen lassen.

Die AfD sollte deshalb schnell und lückenlos aufklären, wie es zu den offensichtlichen Verstößen gegen das Parteiengesetz kommen konnte und wer letztlich die Verantwortung dafür trägt. Sonst verliert die Partei jedwede Glaubwürdigkeit.

willi.reiners@stzn.de

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