Sozialminister Manfred Lucha: Die FDP wirft ihm vor, im Fall seines Duzfreundes Christoph Sonntag die Wahrheit zu verschleiern Foto: dpa/Sebastian Gollnow

In der Affäre um Landesgelder für Kabarettist Christoph Sonntag verschärft die FDP im Landtag den Ton: Sozialminister Manfred Lucha nehme es offenbar mit der Wahrheit nicht sehr genau, erklärte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.

Stuttgart - In der Affäre um möglicherweise veruntreute Landesgelder durch die „Stiphtung“ des Kabarettisten Christoph Sonntag sieht die FDP im Landtag Sozialminister Manfred Lucha immer stärker im Zwielicht. „Der Minister nimmt es mit der Wahrheit nicht sehr genau“, sagte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke am Donnerstag. Grund für den Unmut ist ein Bericht der Stuttgarter Nachrichten, demzufolge Lucha erst an dem Tag die Zusammenarbeit mit Sonntag beendete, als ein Journalist in der Sache anrief.

Monatelange Prüfung

Die Grünen und auch Lucha selbst hatten bei einer Landtagsdebatte zuvor den Eindruck erweckt, dass das Ministerium und Lucha selbst Ungereimtheiten aufgedeckt und daraufhin die Konsequenzen gezogen hätten. Dies sei bereits Monate vor dem Aufgreifen des Falles durch die Presse passiert, behauptete der Abgeordnete Thomas Poreski in seiner Rede. Er bezog sich dabei vor allem darauf, dass die Fachabteilung des Ministeriums bereits am 8. März 2019 ihre Bedenken bezüglich der Förderung nach oben gemeldet und eine von Sonntag und der Landeszentrale für politische Bildung gewünschte Verlängerung des Projekt abgeraten hatte.

Späte Absage

Lucha räumte allerdings in seiner Rede anschließend ein, dass die endgültige Absage einer Verlängerung des Projekts erst nach einer „umfassender Prüfung“ und erst mit Schreiben vom 10. Juli 2019 aus dem Haus ging. An dem Tag hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ das Ministerium vormittags erstmals mit den Kumpanei-Vorwürfen gegen Lucha konfrontiert. „Es wäre naiv zu glauben, dass dies Zufall sei“, so Rülke am Donnerstag. Angesichts dieser neuen Erkenntnisse werde klar, dass Lucha keine aktive Aufklärung betreibe, sondern nur unter dem Druck öffentlicher Berichterstattung handele.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: