Rainer Balzer ist kulturpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag Foto: AfD

Am Dienstag, 5. November, will der Verwaltungsausschuss der Staatstheater Stuttgart Beschlüsse für die Sanierung des Opernhauses und die Erweiterung des Staatstheater-Areals fassen. Was sagt die AfD dazu?

Stuttgart - Seit Jahren überfällig, soll die Sanierung des Opernhauses Stuttgart und die Erweiterung des Staatstheater-Areals um 10400 Qua­dratmeter Nutzfläche für das mit 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern größte Dreispartenhaus (Oper, Ballett, Schauspiel) nun Realität werden. Was sagt die AfD, größte Oppositionspartei im Stuttgarter Landtag, dazu? Rainer Balzer, kulturpolitischer Sprecher, hebt auf Grundsätzliches ab.

Herr Balzer, die AfD-Fraktion hat sich wiederholt kritisch zum Verlauf der Planungen der Großprojekte Sanierung Staatstheater Karlsruhe und Stuttgart geäußert. Jetzt soll für Stuttgart der Interimstandort Wagenhallen fixiert werden – bei Kosten von eventuell mehr als 100 Millionen Euro. Sieht die AfD-Fraktion diese Ausgaben ausreichend begründet?

Grundsätzlich begrüßt die Alternative für Deutschland die Kulturpolitik für unser Land. Dabei sollen die Werke bedeutender Autoren dem Publikum, allen Interessenten nahegebracht werden. Sehr kritisch sehen wir natürlich übermäßig hohe Sanierungskosten im Bereich der Staatstheater Karlsruhe und Stuttgart. Es ist für keinen Bürger verständlich, warum die Planungen für Baumaßnahmen so ungenau sind, dass die Überschreitung um den Faktor zwei heutzutage schon als fast normal erscheinen.

„Sinnvoller wirtschaftlicher Betrieb ist sicherzustellen“

Mit welchen Forderungen begleitet die AfD-Fraktion im Landtag den Fortgang der Planungen in Stuttgart?

Darbietungen der Kulturschaffenden sollen das Publikum aufklären und informieren, aber auch unterhalten. Diesen Ansprüchen muss sich das Theater ebenso wie das Schauspiel oder die Oper stellen. Ein sinnvoller wirtschaftlicher Betrieb ist sicherzustellen und angemessene Einnahmen müssen erzielt werden. Einrichtungen wie das Festspielhaus Baden-Baden zeigen, dass dies möglich ist. Es ist nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand, speziellen Interessen kleiner Zuschauergruppen, kleiner Künstlergruppen und weniger Intendanten zu befriedigen.

Wie meinen Sie dies genau?

Politische Informationen und Indoktrination durch Umschreibung und um Widmung klassische Werke ist auch nicht die Aufgabe des Staatstheaters. Absolut unabdingbar ist die Berücksichtigung der Interessen und der Zielsetzung eines breiten Publikums. Deshalb begleitet die Alternative für Deutschland die Inhalte und Spielpläne der Staatstheater kritisch. Nach unserer Einschätzung sind die Besucherzahlen zu niedrig und die Anzahl der Schauspiel- und Opernbesucher zu stark im Sinken begriffen. Möglicherweise hängt dies mit der Politisierung der Stücke zusammen. Hier gilt es für die Intendanten, sich auf die wirkliche Aufgabe des Staatstheaters zu konzentrieren.

Landtagsausschüsse sollen Kostentransparenz sichern

Welche Schritte fordert die AfD-Fraktion für die parlamentarische Absicherung der weiteren Planungen? Zu verhandeln sind ja bei der anteilig hälftigen Staatstheater-Finanzierung allein für das Interim absehbar jeweils um die 60 Millionen Euro für Stadt und Land?

Da das Land Baden-Württemberg für die Finanzierung Mittel zur Verfügung stellt, halten wir eine ausführliche Darstellung der Sanierungsaufgaben und der damit verbundenen Kosten und Aufwendungen im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landtags Baden-Württemberg für angemessen.

Wie beurteilt die AfD-Fraktion die Bauaufgabe Sanierung/Erweiterung Staatstheater Stuttgart insgesamt? Diskutiert werden hier Kosten im Korridor 700 bis 900 Millionen Euro.

Öffentliche Gebäude zu erhalten ist Aufgabe des Landes oder der entsprechenden Kommune. Die Finanzierung muss demzufolge sichergestellt werden. Die Aufgaben werden mittels Ausschreibung vergeben, die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen sind einzuhalten. Von daher ist die Bauaufgabe der Sanierung des Staatstheaters nicht zu hinterfragen. Die Sanierung soll angemessen und mit hoher Qualität durchgeführt werden, bezüglich der konkreten Inhalte und der konkreten Kostenentwicklung verweise ich auf meine Ausführungen.

Die Fragen wurden schriftlich gestellt und schriftlich beantwortet

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