Alexander Gauland hatte mit seinen Äußerungen zu Boateng für Aufsegen gesorgt. Foto: dpa

Nach dem Wirbel um Gaulands Äußerungen zu Jerome Boateng legt der AfD-Vize nach: Er empfindet die deutsche Fußballnationalmannschaft als nicht sehr deutsch, sagte er in einem Interview.

Berlin - Die deutsche Nationalelf ist für AfD-Vize Alexander Gauland kein Team, das bei ihm nationale Gefühle freisetzt. „Eine deutsche oder eine englische Fußballnationalmannschaft sind schon lange nicht mehr deutsch oder englisch im klassischen Sinne“, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Der Profifußball sei „keine Frage der nationalen Identität mehr“. Vielmehr gehe es um Geld, sagte der Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzende, der nach eigenem Bekunden keine Ahnung von Fußball hat. Dass der muslimische Nationalspieler Mesut Özil Fotos von seiner Pilgerfahrt nach Mekka verbreitet hat, sei „sehr gewöhnungsbedürftig für eine Partei, die den Islam nicht als Teil Deutschlands betrachtet“.

Gauland hatte sich am vergangenen Wochenende mit einer Äußerung zur Welt des Fußballs in die Nesseln gesetzt. Der rechtskonservative Politiker hatte in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ mit Bezug auf den Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng gesagt: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Damit löste er einen Sturm der Empörung aus.

Der in Berlin geborene Boateng hat eine deutsche Mutter und einen ghanaischen Vater. Der AfD-Bundesvorstand hatte als Reaktion auf die Empörungswelle später erklärt: „Wir sind stolz auf unsere Nationalmannschaft und auch stolz auf all diejenigen, welche für sie spielen (...).“

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