Dass die CDU von Manuel Hagel mit der AfD zusammen arbeiten wird, gilt als ausgeschlossen. Aber auch davon kann die AfD profitieren, kommentiert Christian Gottschalk.
Die AfD in Baden-Württemberg hat zur Wahl eine Kampagne aufgelegt, die man durchaus als pfiffig bezeichnen kann. Doch ganz unabhängig von dem, was auf die Plakatwände im Südwesten geklebt wird: Die größten Wahlhelfer für die AfD sitzen derzeit in der Berliner Regierung. Ein Fehltritt des Kanzlers wird mehr Einfluss auf das Abstimmungsverhalten haben als jede Aktivität im Land. Das haben die Parteistrategen selbstverständlich erkannt. Kein Podium mit AfD-Beteiligung, auf dem nicht die Versäumnisse der CDU in den Mittelpunkt gerückt werden. Das war auf dem Parteitag in Hechingen nicht anders, es wird bis zum Wahltag noch weiter zunehmen.
Ringen um konservative Wähler
Das Ganze hat natürlich noch einen weiteren Hintergrund. Mit keiner anderen Partei als mit der CDU hat die AfD zumindest in Teilen so große Schnittmengen. Von keiner anderen Partei, so das Kalkül, lassen sich enttäuschte Wähler so einfach auf die eigene Seite ziehen. Die AfD hofft, am 8. März mit der CDU auf Augenhöhe zu liegen. Völlig ausgeschlossen ist das nicht. Völlig ausgeschlossen ist aber, dass die Christdemokraten im Südwesten mit der AfD zusammenarbeiten werden. Aber auch davon kann die AfD erst mal profitieren. CDU-Chef Manuel Hagel wird das Trennende bis zum Wahltag immer wieder betonen müssen. Die AfD treibt ihren Hauptfeind vor sich her. Und das wiederum wird es für die Konservativen schwieriger machen, potenzielle AfD-Sympathisanten auf ihre Seite zu ziehen.