Nominierung der AfD-Kandidaten für die Kommunalwahl im Mai – nach fünf Stunden wurde es turbulent. Foto: Lichtgut/Ines Rudel

Kandidatenaufstellung bei der AfD für die Kommunalwahl in Stuttgart: Der einzige noch verbliebene AfD-Stadtrat Eberhard Brett wurde nicht mehr gewählt.

Stuttgart - Die Stuttgarter Alternative für Deutschland (AfD) hat ihre Liste für die Kommunalwahl am 26. Mai komplettiert. Nachdem die Partei die ersten 30 Plätze bereits vergeben hatte, mussten am Samstag im Fasanenhof die übrigen 30 Kandidaten nominiert werden. Auch dieses Mal hatte der derzeit einzig verbliebene AfD-Politiker im Stuttgarter Gemeinderat, Eberhard Brett, trotz kämpferischer Rede keine Chance.

Eberhard Brett kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. „Ich kann’s nicht verstehen“, sagt der Noch-AfD-Stadtrat, und: „Jetzt haben wir den Rechtsruck.“ Nachdem am Samstag im Fasanenhof die Listenplätze 31 bis 59 ohne großes Palaver von den Stuttgarter AfD-Mitgliedern vergeben worden waren, kam es zur Kampfabstimmung um den aussichtslosen Listenplatz 60. Für diesen hatte Spitzenkandidat Christian Köhler, der auf Listenplatz eins für die AfD ins Rennen gehen wird, den ehemaligen Stadtrat und Landtagsabgeordneten der Republikaner, Rolf Schlierer, vorgeschlagen. Spontan habe er sich da zur Kandidatur entschlossen, so Brett.

Brett hat die Wahl angefochten

„Grob fahrlässig und absurd“ sei es, Schlierer auf die AfD-Liste zu nehmen, so Brett vor den 25 anwesenden, stimmberechtigten AfD-Mitgliedern. Schlierer sei als Politiker „verbrannt“, er sei ein „Witzbold“. Er selbst, so Brett, sei dagegen in der Lage, der CDU Stimmen abzujagen, er sei bei der Wählerschaft und bei den Bürgermeistern der Stadt hochgeschätzt.

Es ist kein Wunder, dass Brett der Name Schlierer sauer aufstößt. Brett hat die Wahl für die ersten 30 Listenplätze, bei der er nicht berücksichtigt worden war, angefochten. Seine Wahlanfechtung ist vom Landesschiedsgericht der AfD zurückgewiesen worden und liegt jetzt beim Bundesschiedsgericht. Und ausgerechnet Ex-Republikaner Schlierer, seines Zeichens Jurist, hat die AfD Stuttgart vor dem Landesschiedsgericht gegen Brett vertreten. Am Ende votierten die AfD’ler mit 18 Stimmen für Schlierer, Brett bekam nur sieben Stimmen.

Die AfD wolle ein halbes Dutzend plus X Sitze im Stuttgarter Gemeinderat ergattern, so der Stuttgarter AfD-Sprecher Wolfgang Röll. „Wir wollen eine starke Fraktion stellen“, sagt Röll. Spitzenkandidat ist Christian Köhler, ihm folgen auf der Liste Michael H. Mayer, Frank Ebel, Ursula Rüdenauer und Kai Goller.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: