Die Organisation des ärztlichen Notdienstes muss in Stuttgart nochmals überdacht werden, findet Mathias Bury.
Knapp ein Jahr ist es nun her seit der Umstellung des ärztlichen Notdienstes auf die Servicenummer 116 117, und noch immer ist keine wirkliche Besserung der Lage festzustellen. Damals hieß es bei der Kassenärztlichen Vereinigung, die Nummer sei über die Jahre von der Politik mit neuen Funktionen überfrachtet worden, zuletzt als Anlaufstelle für Menschen, die sich einen Impftermin gegen Corona besorgen wollten.
Diese Begründung für den Umstieg von der Rettungsleitstelle zum eigenen KV-System war schon damals fadenscheinig. Denn man hat, was die jetzigen Stellungnahmen bestätigen, die Probleme ja mitgenommen. Stattdessen waren wohl finanzielle Erwägung der Hauptgrund für den Wechsel.
Notaufnahmen sind überlaufen
Mit diesem Schritt hat die KV das Notdienstsystem in der Landeshauptstadt in eine nicht weiter hinnehmbare Lage gebracht. Es kann nicht sein, dass Menschen mit teils schweren gesundheitlichen Problemen im Flaschenhals der KV-Callcenter stecken, während die diensthabenden Ärzte vor Ort auf Einsätze warten. Derweil sind der Rettungsdienst und die Notaufnahmen der Kliniken überlaufen. Mag der große Andrang dort auch nicht nur von der Entscheidung der KV herrühren, so hat deren Schritt die Situation doch noch zusätzlich verschärft.
Das muss sich ändern. Die Verantwortlichen der beteiligten Institutionen und der Stadt sollten dringend beraten, wie in der Sache zügig Abhilfe zu schaffen ist.