In der „docdirekt“-Testphase war Dr. Klaus Heinicke mit seiner Praxis in Stuttgart-Münster dabei. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Schon im November sollen Patienten in Stuttgart und Tuttlingen E-Rezepte erhalten können. Bald danach wird das Modell auf das gesamte Bundesland Baden-Württemberg ausgeweitet.

Stuttgart - Spätestens im November soll in Stuttgart und dem Kreis Tuttlingen die Einführung des E-Rezepts beginnen. Bis Februar 2020 sollen dann Patienten im ganzen Südwesten von der Möglichkeit Gebrauch machen können, sich vom Arzt ein elektronisches Rezepte ausstellen lassen zu können.

Gebunden ist die Ausstellung des E-Rezepts an das Fernbehandlungsmodell „docdirekt“ der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Wer darüber zu einem Tele-Arzt verbunden wird, kann dann bei entsprechender Diagnose von diesem ein E-Rezept ausgestellt bekommen. Das Rezept soll von den Ärzten dann an einen Server gesandt werden, der von Landesapothekerverband und Landesapothekerkammer gemeinsam bereitgestellt wird.

4000 Patienten nutzen „docdirekt“

Die Patienten haben über einen elektronischen Schlüssel Zugriff auf das Rezept und können es an eine Apotheke ihrer Wahl senden. Seit Mitte April 2016 haben sich bereits rund 4000 Nutzer per Anruf an „docdirekt“ gewandt, zu Arztkontakten kam es dabei in 792 Fällen.

Das Land fördert die E-Rezept-Entwicklung mit rund einer Million Euro. Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) lobte gegenüber unserer Zeitung „den großen Nutzen des Projekts für die Bürger “. Baden-Württemberg gehe beim E-Rezept „bundesweit als Pionierland voran“.

Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer, sagte, die Technologie habe „das Potenzial, Vorlage für eine bundeseinheitliche Lösung zu sein“. Fitz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes, betonte, „dass der Patient alleiniger Herr seiner hoch sensiblen Gesundheitsdaten bleibt“. Joannes Fechner, Vize-Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung im Land, sagte, dass E-Rezepte grundsätzlich nur bei „eindeutigen Indikationen ausgestellt würden“. Das Modell ist nur für Mitglieder der Gesetzlichen Krankenkasse zugänglich.

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