Leerer Mülleimer, volle Straße unterhalb des Hörnlestegs. Foto: privat

Der Puls-Stadtrat Hendrik Lüdke hofft, dass die „Umweltschweine“ ermittelt werden.

Marbach - Schönes Wetter, Feiertag – das lockt die Menschen nach draußen. In Corona-Zeiten wie vor Corona-Zeiten. Am Aufenthalt im Freien ist unter Einhaltung der aktuell vorgegebenen Verordnungen des Landes nichts einzuwenden, am Hinterlassen von Müll indes schon. „Mir bleibt es rätselhaft, wie sich ein Mensch so verhalten kann“, ärgert sich Gemeinderat Hendrik Lüdke in einer E-Mail, die er an die Redaktion schickt. „Es ist ausgesprochen traurig.“ Die „Riesensauerei“, die auf dem Foto zu sehen ist, das Lüdke der Redaktion zusendet, sei wohl von Donnerstag auf Freitag unter dem Hörnlesteg hinterlassen worden, mutmaßt er. „Vielleicht sieht ein Beteiligter das Foto und weckt ein Gewissen, sodass ein Entschluss reifen kann, die Sauerei selbst wegzumachen.“ Vielleicht erinnere sich aber auch jemand an Personen, die dort gefeiert haben, und die „Umweltschweine“ könnten ermittelt werden, hofft er und schlägt auch gleich eine Strafe vor: eine Woche lang die Markung putzen.

Auch Bürgermeister Jan Trost ärgert der achtlos weggeworfene Fastfood-Müll. Am Freitag sei man informiert worden, am Montag habe der Bauhof den Dreck weggemacht. Wirklich massive Probleme habe es seit Beginn der Corona-Krise aber mit wilden Müllablagerungen gegeben. „Die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe waren ja eingeschränkt, und das haben wir gemerkt. Viele haben Bauschutt oder auch Elektrogeräte einfach irgendwo entsorgt“, berichtet der Marbacher Stadtchef. „Die wilden Müllablagerungen auf unserer Markung haben seit Corona stark zugenommen.“ Könne man die Verursacher nicht ermitteln, dann müsse die Stadt den Müll beseitigen. Und was das Ermitteln der Täter angehe, so seien die Chancen bei klassischem Hausmüll größer. „Da werden schon auch mal irgendwelche Schriftstücke oder andere persönliche Dinge mit entsorgt, die einen Rückschluss geben“, so Trosts Erfahrung.

Haben die Lockerungen die Menschen übermütig gemacht und hat es in der Folge mehr Verstöße gegen die Verordnungen gegeben? Gerade auch, was das Zusammenkommen und das Einhalten der Abstandsregeln im öffentlichen Raum angeht? Jan Trost ist ganz zufrieden mit der Disziplin der Bürger. Orte, die erfahrungsgemäß stark frequentiert sind im Frühjahr und Sommer, würden auch jetzt punktuell durch den Sicherheitsdienst kontrolliert. Die Frequenz an der Aussichtsplattform am Panoramaweg oder aber auf dem Galgen erhöhe sich zwar, halte sich aber dennoch in Grenzen. „Das ist nicht mit den Hochzeiten der vergangenen Jahre zu vergleichen.“ Einen Wandel hat Jan Trost aber dennoch ausgemacht: Beim Einkaufen in den Supermärkten hielten sich immer mehr Leute an den Regalen nicht mehr an die eineinhalb Meter Abstand. „Nur an der Kasse“, so die Beobachtung des Verwaltungschefs.

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