Im Rathaus Rechberghausen hat die Verwaltung das Thema Jugendplanung viele Jahre lang schleifen lassen. Foto: Pascal Thiel

Blauäugiges Verhalten bei der Verwaltung in Rechberghausen stellt STZ-Redakteurin Corinna Meinke fest.

Rechberghausen - Drogendelikte und Vandalismus sind wahrlich keine ausschließlich Rechberghausener Probleme – und auch nicht wirklich neu. Zu klären, wer im Einzelfall dahintersteckt, ist Sache von Polizei und Verwaltung. Wo sich Jugendliche aufhalten, spielen Drogen und Gewalt immer wieder eine Rolle, weil es zum pubertären Ausloten von Grenzen dazugehört. Das liegt für Pädagogen auf der Hand.

Blauäugig gehandelt

Die Frage ist allerdings, wie die Erwachsenen mit diesem Fehlverhalten umgehen. Es ist richtig, dass die Polizei jetzt durchgreift, sie muss weiteren Wildwuchs verhindern. Befremdlich ist aber, mit welcher Blauäugigkeit in Rechberghausen in den vergangenen Jahren Jugendplanung von der Kommune betrieben wurde und permanent Chancen verpasst wurden, Jugendliche professionell zu begleiten. Dazu gehört das gescheiterte Kapitel Jugendhaus Static. Obwohl klar war, dass den Jugendlichen der Weg an den Sonnenberg zu weit sein würde, hatte man den Umzug beschlossen. Und als dann tatsächlich keiner kam, wurde die – am alten Standort Feuerwehrhaus einst beliebte – Einrichtung geschlossen. Streetwork galt als die neue Zauberformel, doch das von Altbürgermeister Reiner Ruf beauftragte Konzept verschwand genauso in der Schublade wie Ergebnisse eines ersten Jugendforums – Schulen, Vereine und Kirchen sollten es bei der Jugendarbeit wieder alleine richten. Hoffentlich klappt der erneute Anlauf, Jugendarbeit im Ort endlich wieder professionell aufzustellen und damit das Vertrauen zwischen den Generationen zu festigen.

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