Eine uneheliche Tochter des belgischen Altkönigs Albert II. fordert Privilegien vom Staat – holt sich aber eine Abfuhr.
Mächtiger Zoff im belgischen Königshaus: Stein des Anstoßes ist erneut die eigenwillige Prinzessin Delphine. Die 55-Jährige fühlt sich nicht nur im Kreise ihrer adeligen Familie, sondern auch vom Staat nicht standesgemäß behandelt und fordert royale Rechte ein.
In einem Brief an Premierminister Alexander de Croo verlangt sie von der Regierung zumindest dieselben Privilegien wie für ihre beiden anderen königlichen Halbgeschwister Laurent und Astrid. Dabei geht es weniger um Geld als um prestigeträchtige Einladungen zu offiziellen Anlässen. Aus dem Brief spricht offensichtlich die gekränkte Ehre von Prinzessin Delphine, und der Inhalt gewährt einen tiefen Einblick in das nicht ganz heile Familienleben der sonst eher verschwiegenen Royals.
Keine Einladung zum Neujahrsempfang im Königspalast
Prinzessin Delphine musste sich ihren Platz in der Familie hart erkämpfen. Sie ist die uneheliche Tochter von Altkönig Albert II. (89), der sich aber beharrlich weigerte, die Vaterschaft anzuerkennen. Es folgte ein jahrelanger, bisweilen sehr unappetitlicher Rechtsstreit. Erst ein erzwungener DNA-Test brachte die Wahrheit ans Licht. Widerwillig wurde Delphine vor drei Jahren in den Kreis der Familie aufgenommen – ohne allerdings jemals wirklich dazuzugehören.
Selbst auf der offiziellen Homepage des Palastes ist ihr Name nicht zu finden. Allerdings kümmerte sich Delphine auch nach ihrer Erhebung in den Adelsstand herzlich wenig um die Etikette. Nun fordert sie wenigsten vom Staat mehr Respekt. Doch auch bei Regierungschef de Croo beißt die Adlige auf Granit. Sie habe keine „offizielle Funktion“ inne, die ihre Einladung zu bestimmten Zeremonien rechtfertigen würde, ließ sie der Premier wissen. Damit sei für die Regierung die Sache erledigt. Delphine wird also erneut nicht beim Neujahrsempfang im Königspalast dabei sein.