Die Wiese soll mit Hilfe von Containern zum Unterrichtsort werden, im Hintergrund ist zwischen den Bäumen das Wagenburg-Gymnasium zu erkennen. Foto:  

Das Wagenburg-Gymnasium muss saniert werden. Deswegen sollen auf der Wiese am Wagenburgplatz Container für insgesamt 14 Klassenzimmer aufgestellt werden. Dadurch würde die Bauzeit nur zweieinhalb statt fünf Jahre betragen. Allerdings protestieren jetzt Anwohner und Nutzer der Grünfläche und des dortigen Spielplatzes gegen die geplanten Container.

Gänsheide/Gablenberg - Haben Sie das gelesen?“, fragt die ältere Frau, die nach einem heftigen Regenguss am Montagnachmittag ihren Hund rund um die Grünfläche am Wagenburgplatz ausführt. „Was soll nur aus unserem Platz werden?“ fragt sie. Was für sie und viele Anwohner und Nutzer des dortigen Spielplatzes und der Wiese ein Schreckensszenario ist, kann zurzeit am Stamm einer jeden Linde, die dort steht, nachgelesen werden: Eine „mehrstöckige Schul-Containerburg“ wird an dieser Stelle befürchtet, „hierzu wird die Grünanlage komplett meterhoch eingezäunt und versiegelt“, steht auf den Plakaten. Die Initiatorin der Plakataktion und einer damit verbundenen Unterschriftensammlung ist die Bürgerinitiative „Freunde des Wagenburgplatzes“. Und sie findet viele Unterstützer, egal ob es sich um Anwohner am Platz handelt, Nutzer der Liegewiese an sonnigen Wochenenden, Hundebesitzer sowie Mütter und Väter, die mit ihren Kindern Stammgäste auf dem kleinen Spielplatz dort sind.

Der Grund für den Ärger ist das benachbarte Wagenburg-Gymnasium. Das in die Jahre gekommene Schulgebäude muss dringend umfassend saniert werden. Die Pläne dafür stehen, die Finanzierung ist gesichert, im kommenden Jahr soll es los gehen. Ursprünglich war geplant gewesen, während der Bauphase auf einem der Schulhöfe Container für provisorische Klassenzimmer aufzustellen. Sechs Klassen hätten dort pro Schuljahr übergangsweise unterrichtet werden können. Allerdings hätte die Sanierung mit dieser Lösung fünf Jahre gedauert.

Die Bauzeit wird halbiert

Die Schulleitung, der Elternbeirat und auch der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost waren der Meinung, dass das eine viel zu lange Zeit mit erheblichen Beeinträchtigungen für den Schulbetrieb mit immerhin 600 Schülern bedeutet hätte. Deswegen kam die benachbarte Grünfläche am Wagenburgplatz ins Spiel. Dort ist es nach Angaben von Schulleiterin Petra Wagner möglich, mehrstöckig gestapelt Container mit insgesamt 14 Klassenzimmern aufzustellen. Die Bauzeit würde sich mit dieser Lösung auf 2,5 Jahre verkürzen. Der Gemeinderat hat diese Variante am vergangenen Donnerstag beschlossen.

Der Elternbeiratsvorsitzende des Gymnasiums, Bernhard Herp, kann die Bedenken der Eltern ebenso wie die Schulleitung bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. „Aber da wiegen die Interessen der Schule doch mehr“, sagt er. Petra Wagner versichert, dass der Spielplatz unberührt bleibe und dass die Container sicher keine Dauerlösung – die Bürgerinitiative befürchtet das – seien. Das gesamte Projekt werde eng mit dem Gartenamt abgestimmt, die Grünanlage anschließend wieder in den Ursprungszustand versetzt. Sie will jetzt mit der Bürgerinitiative Kontakt aufnehmen und um Verständnis für das Sanierungsprojekt werben.

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