Im September 2017 nahmen Behörden Dutzende Leute wegen des Schwenkens einer LGBT-Flagge bei einem Konzert in Kairo fest. Foto: dpa

Weil ein Moderator in einer ägyptischen Fernsehsendung einen schwulen Sexarbeiter interviewt hat, muss er nun für ein Jahr ins Gefängnis. Er wird beschuldigt, zu Unsittlichkeit ermutigt zu haben.

Kairo - Weil er einen schwulen Sexarbeiter in seiner Sendung interviewt hat, muss ein Fernsehmoderator in Ägypten für ein Jahr ins Gefängnis. Ein Gericht befand Mohammed al-Gheiti für schuldig, zu Unsittlichkeit ermutigt zu haben, als der Gast seiner TV-Sendung in einer Folge seine Arbeit beschrieb.

Al-Gheiti wurde zu einer Strafe von umgerechnet etwa 150 Euro verurteilt, er kann Berufung einlegen. Ein privater Anwalt hatte geklagt.

In Ägypten ist Homosexualität keine Straftat, aber ein Tabu

Ägypten ist in den vergangenen Jahren gegen die öffentlich sichtbare Homosexualität vorgegangen und hat Menschen wegen Anschuldigungen wie „Ausschweifung“ inhaftiert. Homosexualität ist in dem Land keine Straftat, wird aber in dem konservativen, überwiegend muslimischen Land als Tabu angesehen. Prostitution ist illegal.

Im September 2017 nahmen Behörden Dutzende Leute wegen des Schwenkens einer LGBT-Flagge bei einem Konzert in Kairo fest. Die Abkürzung LGBT bezeichnet lesbische, schwule, bisexuelle Menschen und Transgender.

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