Das Essen bleibt unangerührt. Die psychische Belastung der Coronapandemie hat für mehr Fälle von Magersucht unter Kindern geführt. (Symbolbild) Foto: imago images/photothek/Ute Grabowsky/photothek.net via www.imago-images.de

Im Corona-Jahr 2020 wurden in den Krankenhäusern bundesweit 60 Prozent mehr Kinder wegen Fettleibigkeit behandelt als noch im Jahr zuvor. Auch Magersucht hat zugenommen.

Hamburg - Die Corona-Pandemie hat laut einer Studie der DAK-Gesundheit negative Folgen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. So wurden 2020 in den Krankenhäusern bundesweit 60 Prozent mehr Mädchen und Jungen aufgrund einer Adipositas behandelt als im Vorjahr, wie aus dem am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse hervorgeht. Gleichzeitig wuchs die Zahl junger Patienten mit starkem Untergewicht 2020 um 35 Prozent.

Essstörungen wie Magersucht und Bulimie nahmen um fast zehn Prozent zu. Die Zahl von stationär behandelten Kindern und Jugendlichen mit Diabetes-Typ-1-Diagnose stieg 2020 um zwei Prozent. Basis der Studie waren Daten von bundesweit rund 800.000 Kindern und Jugendlichen.

Corona-Maßnahmen beeinflussen Psyche der Kinder

„Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben deutlich negative Effekte auf die Kinder- und Jugendgesundheit - vor allem in den Bereichen Körpergewicht und psychische Gesundheit“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach. „Diese Effekte werden uns noch nachhaltig beschäftigen. Es wird noch lange dauern, bis wir zu einer Normalität zurückkehren können.“

Durch die Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen in der Pandemie sank hingegen laut der Untersuchung die Zahl der behandelten Infektionskrankheiten unter Kindern und Jugendlichen. Die Krankenhausbehandlungen bei virusbedingten Darminfektionen gingen im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent zurück. Bei Mandelentzündungen gab es ein Minus von 46 Prozent. Ferner gab es ein Drittel weniger junge Patienten mit einer akuten Bronchitis.

Für die Studie untersuchten nach Angaben der Krankenkasse Wissenschaftler eines Dienstleisters sowie der Universität Bielefeld die anonymisierten Krankenhausdaten von knapp 800.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit versichert sind. Analysiert wurden die Krankenhausaufenthalte 2020 im Vergleich zu 2019 mit einem besonderen Fokus auf die Corona-Lockdowns und ihre Auswirkungen.

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